Ärzte Zeitung, 18.10.2013

Mecklenburg-Vorpommern

Ärztenetz kooperiert mit AOK

Im Nordosten kooperiert das HaffNet mit der AOK. Vor allem chronisch Kranke sollen von der besseren Vernetzung profitieren.

UECKERMÜNDE. Als erstes Ärztenetz in Mecklenburg-Vorpommern hat das HaffNet den Kooperationsvertrag "Mein AOK Gesundheitsnetz" mit der AOK Nordost unterzeichnet. Vor allem chronisch Kranke sollen von der vernetzten Zusammenarbeit profitieren.

Sie sollen gezielt in die richtigen Versorgungsebenen gesteuert werden und die passenden Angebote finden. Eine Einschränkung der freien Arztwahl ist damit nicht verbunden.

Die Zusammenarbeit erstreckt sich nicht nur auf die 43 haus- und fachärztlichen Netzmitglieder, sondern auch auf nicht-medizinische Leistungserbringer wie etwa Pflegeheime. Ärzte, die nicht Mitglied im HaffNet sind, können ebenfalls teilnehmen.

Derzeit sind rund 50 Prozent der niedergelassenen Ärzte der Region Uecker-Randow im HaffNet organisiert. Außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns hat die AOK Nordost bereits Vertragspartner für den Kooperationsvertrag.

Schon zahlreiche Behandlungspfade entwickelt

Das HaffNet hatte sich zuvor beim AOK-Vertragspartner Ärztenetz Südbrandenburg informiert. Die Ärzte tragen Budgetverantwortung und erhalten unter anderem eine Einschreibegebühr. Über die monetären Anreize machten die Vertragspartner keine Angaben.

Das HaffNet ist für die Kasse Partner geworden, weil es nach Beobachtung von Harald Möhlmann, Geschäftsführer Versorgungsmanagement der AOK Nordost, die regionalen Versorgungsherausforderungen gut kennt und bereit ist, gemeinsam an patientenorientierten Lösungen zu arbeiten.

Zuvor hatte das 2001 gegründete Netz bereits zahlreiche Behandlungspfade entwickelt und eine Reihe von indikationsbezogenen IV-Verträgen mit mehreren Krankenkassen abgeschlossen.

Die jetzt geschlossene Vereinbarung ist der erste große Vollversorgungsvertrag. Hausärztin Dr. Sabine Meinhold, Vorstandsvorsitzende des Netzes, verspricht sich etwa weniger Klinikeinweisungen und die Vermeidung unnötiger Medikation. Der Start soll im November sein. (di)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »