Ärzte Zeitung, 11.08.2015

Ärztenetz Spessart

Genossen hadern mit Netzförderung

Das Ärztenetz Spessart kabbelt sich mit der KV Hessen in puncto Fördermittel für die Versorgung.

BAD ORB. Die Ärztenetz Spessart eG hält weiter an dem Modellprojekt "Aufbau eines Gesundheitsnetzes im Main-Kinzig-Kreis" zur Verbesserung der ambulanten Versorgung fest. Das Projekt läuft noch bis Jahresende.

Die Genossenschaftsmitglieder waren nach eigenen Angaben vor Kurzem auf der Jahresversammlung skeptisch, ob ein Antrag zur Fortsetzung über das Jahr 2016 hinaus beim hessischen Sozialministerium zu stellen sei, weil die vom Land geforderten Eigenmittel nur schwerlich aufzubringen seien.

Die Genossen bevorzügen die vom Gesetzgeber gewollte Netzförderdung nach Paragraf 87 b SGB V über die Kassenärztliche Vereinigung, so der Konsens. "Es ist nicht nachvollziehbar, warum die KV Hessen im Gegensatz zu den anderen Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland weiterhin boykottiert", kritisierte der niedergelassene Chirurg und Vorstandsmitglied Dr. Eberhard Wetzel.

Sicherstellung der Versorgung als Schwerpunkt

Schwerpunkt der weiteren Arbeit im Ärztenetz bleibe die Sicherstellung einer wohnortnahen haus- und fachärztlichen Versorgung im Landkreis. Ab September biete das Ärztenetz in Zusammenarbeit mit dem Institut für hausärztliche Fortbildung (Köln) eine Qualifizierungsmaßnahme für Medizinische Fachangestellte zur VERAH einschließlich der Qualifizierung zur NäPA an.

Die für Medizinische Fachangestellte kostenfreie Weiterbildung sei besonders vor dem Hintergrund des absehbaren Ärztemangels ein wichtiges und innovatives Zukunftsprojekt, wie die Genossen betonen. "Damit können wir den Hausarztpraxen im Landkreis ein niedrigschwelliges, aber effizientes Angebot machen" erklärte die zuständige Projektleiterin Irene Auth-Bischoff.

Der Neurochirurg Dr. Michael K. Eichler, der Hausarzt Dr. Patricius Pilz sowie Edmund Fröhlich wurden neu in den Aufsichtsrat gewählt. Dem Vorstand gehören neben Wetzel weiter der Hausarzt Dr. Ulrich Dehmer und Dr. Silke Hofbauer, ärztliche Leiterin des Dialysezentrums Bad Orb, an. (maw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

Konsequente Strategie gegen Diabetes

Angesichts der epidemischen Zunahme von Diabetes-Patienten in Deutschland, muss die nächste Bundesregierung unbedingt den Nationalen Diabetesplan umsetzen. mehr »