Ärzte Zeitung, 05.02.2016

Westfalen-Lippe

Zwei Arztnetze nach Stufe 1 zertifiziert

Arztnetze machen bei der Intensität der Vernetzung Fortschritte. Die KBV will Netze nun mit einer Broschüre unterstützen.

NEU-ISENBURG. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe hat die Ärztenetze MuM - Medizin und Mehr eG (MuM) und Gesundheitsregion Siegerland (GRS) nach Stufe 1 der Netzförderrichtlinie gemäß Paragraf 87b SGB V anerkannt.

Bundesweit existieren nach Angaben der Agentur Deutscher Arztnetze damit vier Praxisnetze mit einer Anerkennung, die über die Basisstufe hinausgeht.

Um den Sprung von der Basisstufe auf Stufe 1 zu schaffen, müssen Netze unter anderem einen Netzstandard zur Patientendokumentation geben.

Ebenfalls gefordert werden Kooperationsvereinbarungen im intersektoralen Bereich (zum Beispiel die Kooperation mit Krankenhäusern) sowie ein gemeinschaftliches QM-System.

Vertreter beider Netzen zeigten sich erfreut, den qualitativen Standard erreicht zu haben.Die Anstrengungen der letzten Jahre kämen direkt den Patienten zugute, so Anja Herder, Geschäftsführerin der Gesundheitsregion Siegerland laut Pressemitteilung: "Neben dem Strukturaufbau des Netzes wurden gezielt Behandlungspfade implementiert, die die Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden, Patienten in Pflegeheimen und Hausbesuchspatienten nachhaltig verbessern."

Neben MuM und GRS wurden bereits das Leipziger Gesundheitsnetz (Stufe 1) und Gesundes Kinzigtal (Stufe 2) über die Basisstufe hinaus anerkannt, heißt es in der Mitteilung der Agentur deutscher Arztnetze.

"Durch die vorbildliche Netzförderung, wie wir sie derzeit vor allem in Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein erleben, werden innovative Versorgungskonzepte gezielt vorangebracht", lobt Dr. Veit Wambach, Vorstandsvorsitzender der Agentur.

Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung will die Vernetzung der Ärzte weiter voranbringen, weil sie einen intensiven fachlichen Austausch bei Erhalt der eigenen Selbstständigkeit ermögliche.

In einer umfangreichen Broschüre zum Thema Praxisnetze können sich Vertragsärzte einen Überblick über die rechtliche Lage verschaffen. Praxisbeispiele zeigen, was mit erfolgreicher Netzarbeit erreicht werden kann. (ger)

Die Broschüre im Netz: www.kbv.de/praxisnetze

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »