Ärzte Zeitung, 16.08.2016
 

Finanzierungsform III

Mit Verträgen zu mehr Geld?

Mit Qualität will das Netz CardioPro in Niedersachsen punkten. Der Lohn: unter anderem ein Vertrag mit der DAK.

"Finanzierung 2016 heißt Umverteilung", sagt Dr. Thomas Eisen, Geschäftsführer der CardioPro Niedersachsen GmbH& Co. KG Celle. Dem Netz in der Fläche zwischen Lüneburg und Braunschweig ist die Förderung der KV Niedersachsen für interdisziplinäre Netze verwehrt, weil es nur Kardiologen umfasst. 16 Kollegen mit dem kompletten kardiologischen Spektrum und rund 80.000 gesetzlich versicherten Patienten haben sich zusammengeschlossen, um eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung mit standardisierten Behandlungsprozessen zu gewährleisten. Ihr Arbeitsgrundsatz: "Kardiologie kann nur sektorübergreifend funktionieren", so Eisen.

Das Netz hat einen Vertrag mit der DAK zur Implantation von Herzschrittmachern und Devices, bei dem es auch um eine Verlagerung aus dem stationären in den ambulanten Sektor geht. Zudem hat es jetzt einen Vertrag mit einem Krankenhaus geschlossen, der derzeit von der zuständigen Ärztekammer geprüft wird. Großes Potenzial misst Eisen außerdem einem Studienzentrum bei, das das Netz etabliert hat. Es ermöglicht den Ärzten die Beteiligung an der Einführung neuer Methoden und Projekte.

Eisen weist darauf hin, dass die Entwicklung von Verträgen mit Krankenkassen einen großen Aufwand mit sich bringt. Dabei stellt sich aus Sicht des Netzgeschäftsführers mit Blick auf die unsicheren Rahmenbedingungen vor allem die Frage nach der Nachhaltigkeit solcher Verträge. Eine KV-Förderung fände er spannend. Im Gegensatz dazu haben ihn bei öffentlichen Fördermitteln die Bedingungen abgeschreckt. Eisens Fazit: "Unabhängig von Finanzierungsmodellen sehe ich unsere Arbeit als lohnenswerte Sache an." (ami)

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