Ärzte Zeitung, 07.10.2008

Kosten für Druck und Papier steigen weiter

HAMBURG (cben). Trotz zunehmender Digitalisierung wird im Gesundheitswesen in Deutschland immer noch sehr viel Geld für Drucker und Papier ausgegeben. Das Einsparpotenzial in Praxen und Kliniken ist groß.

Beim "Papierkram" könnten beispielsweise in Krankenhäusern jährlich von 50 000 Euro bis zu zwei Millionen Euro eingespart werden. Diese Schätzung äußerte Robert Feldmeier von Adler Triumph vor Kurzem beim Hamburger Gesundheitswirtschaftskongress.

Im Zentrum der versprochenen Einsparungen stehe ein neuer Umgang mit dem Dokument selbst. Dass die digitalisierten Büros keine Papiereinsparung gebracht haben, wie noch vor zehn Jahren vermutet, sondern das Gegenteil, belegte Feldmeier mit einer enormen Kostensteigerung: "Die Kosten für die Dokumente haben sich in den letzten zehn Jahren vervierfacht. Der Krankenhausbereich ist nach den Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern die Branche, die am meisten Papier verbraucht", sagte Feldmeier.

Die Dokumente machen etwa ein Drittel der Kosten in IT-Bereich aus, die Hardware dagegen nur 15 Prozent. Einseitig bedrucktes Papier, Unmengen vorgehaltener Materialien und Unwissen über die Druckkosten im Hause - all das koste viel Geld, so Feldmeier.

"In einem Krankenhaus haben wir für 300 000 Euro Material gefunden für Geräte, die es im Hause längst nicht mehr gab", zählte Feldmeier Kuriositäten der Krankenhausverwaltungen auf. Weitere Kosten entstehen durch den Energieverbrauch des Stand-by-Modus der Geräte, durch veraltete Druckerpatronen und durch Papier.

Als Lösung sieht Feldmeier eine radikale Prozessoptimierung. Die Einrichtungen im Gesundheitswesen brauchen seiner Meinung nach neue Geräte und Drucker mit billigeren Kartuschen. Außerdem müssen sie lernen, ihre Prozesse und Kosten besser zu durchschauen. "Zwischen der papiergestützten und der digitalen Dokumentation liegen rund 70 Prozent Kosteneinsparung", so Feldmeier. Sein Rat: Schluss mit der Dokumentation auf Papier.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »