Ärzte Zeitung online, 20.04.2009

Gericht: Kostenlose Abgabe von Arzneimitteldaten an Ärzte ist unzulässig

MÜNCHEN (eb). Die kostenlose Abgabe von werbefinanzierten Arzneimitteldatenbanken soll eine unzulässige Beeinflussung von Ärzten und deshalb rechtswidrig sein. So hat nach Auskunft des Praxissoftwareherstellers CompuGROUP das Landgericht München entschieden.

Nach Angaben des Unternehmens in einer Pressemitteilung hat die ePrax AG dagegen geklagt, dass ifap, ein Tochterunternehmen der CompuGROUP, niedergelassenen Ärzten eine Arzneimitteldatenbank unentgetlich zur Verfügung stellt, die sich durch die Werbung der Pharmaindustrie finanziert. Das Landgericht München habe nun mitgeteilt, dass es eine solche kostenlose Abgabe als unzulässig ansieht. Eine schriftliche Fassung des Urteils liege noch nicht vor. Die ifap behalte sich vor, Rechtsmittel gegen die Entscheidung einzulegen.

Die CompuGROUP zeigte sich von dem Urteil überrascht. Weder die Qualität noch die Art der Werbung sei strittig gewesen. Das Gericht habe nur den Umstand angeprangert, dass Ärzte die Daten unentgeltlich bekämen.

"Dies kann in letzter Konsequenz auch andere Bereiche betreffen, zum Beispiel derzeit noch kostenlose Fortbildungen", sagte Jochen Brüggemann, Geschäftsführer der ifap. Es bestehe die Gefahr, dass die Benutzung von Arzneimitteldaten für Ärzte teurer werden könne. Das Unternehmen werde bis zur Rechtskraft des Urteils oder dessen vorläufige Volstreckbarkeit an der bisherigen Vorgehensweise bei der Distribution von Arzneimitteldaten festhalten.

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