Ärzte Zeitung, 24.11.2009

Wie sicher ist der Arzt-Navigator der AOK?

Wie sicher ist der Arzt-Navigator der AOK?

DÜSSELDORF (reh). Wie lässt sich Manipulation in Arztbewertungsportalen verhindern? Der fürs nächste Jahr geplante Arzt-Navigator der AOK soll es laut der Bertelsmann Stiftung zeigen. In einem Workshop zum Thema Arztbewertungsportale am 21. November auf der Medica Media erklärte Uwe Schwenk, Programmdirektor der Bertelsmann Stiftung, wie man das Portal und damit Ärzte vor Falschbewertungen schützen will. Hintergrund: Die Bertelsmann Stiftung erarbeitet für die AOK den Fragebogen, der auf dem Portal hinterlegt wird.

Und damit ist auch schon einer der wichtigsten Punkte angesprochen: Auf dem AOK-Portal sollen Patienten sich nicht einfach frei äußern, sondern einen vorgegebenen Fragebogen beantworten. Diese Befragung, die zudem keine Freitextfelder enthält, soll verhindern, dass jemand andere Internetnutzer beziehungsweise Patienten dazu auffordert, ebenfalls eine ganz bestimmte Bewertung abzugeben.

Diese Manipulationsaufforderungen und Mehrfachbewertungen durch ein und dieselbe Person würden aber auch dadurch verhindert, dass sich die Patienten mit extern generierten Zugangsdaten einloggen müssten, so Schwenk. Gebe der Patient eine erneute Bewertung ab, würden die Daten der früheren Bewertung überschrieben.

Extrembewertungen wollen AOK und Bertelsmann Stiftung durch die Definition einer Mindestzahl von Bewertungen und eine aktive Ansprache der AOK-Versicherten abwenden. Auch Diffamierungen von Ärzten sollen ausgeschlossen werden: durch den Verzicht auf Freitextfelder und die Möglichkeit für Ärzte, Bewertungen zu kommentieren.

Derzeit ist die Bertelsmann Stiftung mit der Entwicklung des Fragebogens beschäftigt. Den Start des AOK Arzt-Navigators sieht Schwenk im Spätsommer 2010.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[24.11.2009, 09:39:34]
Dr. Martin Schiller 
Arztsuche AOK
Na ja,

aus mir unverständlichen Gründen nutzt die AOK für ihre Arztsuche auf ihrer Internetseite die Gelben Seiten. Doof nur, dass dort beileibe nicht alle Ärzte verzeichnet sind. Warum nicht die doch hochaktuellen Datenbestände der KVen genutzt werden ist mir ein wenig schleierhaft. Aber wahrscheinlichist es ein Qualitätskriterium wenn man einen Eintrag in den Gelben Seiten hat ;-) zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Versorgung psychisch kranker Kinder ist ein Flickenteppich

Der Trend bei den psychischen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen ist stabil. Eine einheitliche Versorgungslandschaft besteht in Deutschland aber nach wie vor nicht. mehr »

„Mütter sind die zentralen Ansprechpartner“

In dieser Woche werben Urologen für die HPV-Impfung. Vor allem bei Jungen besteht Nachholbedarf. Wie können sie für eine Impfung gewonnen werden? mehr »

Mama leckt den Schnuller ab – kein Tabu

Botschaft einer neuen US-Studie: Das Ablutschen kann Vorteile fürs Immunsystem der Kinder haben. mehr »