Ärzte Zeitung, 02.06.2010

Jeder zweite Arzt sieht auch Vorteile in der Telematik

BERLIN (reh). Niedergelassene Ärzte sind nicht grundsätzlich gegen eine Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen. Das zeigt eine Umfrage des Verbands Deutscher Arztinformationssystemhersteller und Provider e.V. (VDAP) unter 440 hausärztlich tätigen Praktikern, Internisten, Pädiatern und Gynäkologen. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (52,5 Prozent) erwarten nämlich durch die Telematik Vorteile für die eigene Praxissituation.

Die einzelnen technischen Anwendungen sollten die Befragten mit Schulnoten bewerten. Besonders gut schnitten dabei die elektronischen Notfalldaten ab. Sie erhielten die Durchschnittsnote 2,25. Gefolgt vom elektronischen Arztbrief mit der Durchschnittsnote 2,75 und der Arzneimitteltherapiesicherheit mit einer 2,83.

Allerdings sehen laut der Umfrage auch 80,2 Prozent der teilnehmenden Ärzte in Zusammenhang mit der Telematik Probleme mit dem Datenschutz. Und 92,3 Prozent erwarten, dass ihnen durch Telematikanwendungen laufende Aufwendungen und Kosten entstehen.

"Ärzte sind nicht technikfeindlich. Sie legen aber großen Wert darauf, dass neue Anwendungen praxistauglich sind und das Arztgeheimnis in vollem Umfang gewährleistet ist", erklärte VDAP-Vorsitzender Lars Hübner in einer Pressemitteilung. Diese Erfahrung machten auch die Mitgliedsunternehmen tagtäglich in den Praxen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Neue Hoffnung auf wirksame Alzheimer-Therapie

Lässt sich der Krankheitsverlauf bei Alzheimer mittels Antikörper doch bremsen? Erstmals deutet sich ein solcher Erfolg in einer größeren Studie an. Das weckt Hoffnungen. mehr »

Deutlicher HIV-Anstieg in fast 50 Ländern

In fast 50 Ländern steigt die Zahl der HIV-Neuinfektionen – in manchen drastisch. Auf der Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam beraten Experten in dieser Woche, wie sich der Trend aufhalten lässt. mehr »

Was die Datenschutz-Folgenabschätzung ist

Praxen, Kliniken und MVZ, die in großem Stil Patientendaten verarbeiten, müssen laut DSGVO eine Datenschutz-Folgenabschätzung absolvieren. Medizinrechtler erläutern, wie das geht und was das überhaupt ist. mehr »