Ärzte Zeitung online, 02.08.2010

Lückenhafte Dokumentation kann für Ärzte zum Fallstrick werden

KÖLN (iss). Manche Niedergelassene sind sich immer noch nicht im Klaren darüber, welche Bedeutung die Dokumentation ihrer Behandlungen hat. Sollten sie mit dem Behandlungsfehlervorwurf eines Patienten konfrontiert werden, kann sich das bitter rächen, weiß Ulrich Smentkowski, Leiter der Geschäftsstelle der Gutachterkommission für ärztliche Behandlungsfehler bei der Ärztekammer Nordrhein. "Die Dokumentation ist unbedingt notwendig", sagt er.

Lückenhafte Dokumentation kann für Ärzte zum juristischen Fallstrick werden

Dokumentation - auch deshalb wichtig, damit der Arzt im Fall der Fälle etwas in der Hand hat.

© Klaus Rose

Entscheidend sei, dass die wesentlichen Punkte von Behandlung und Aufklärung stichwortartig festgehalten werden. Tun sie das nicht, laufen Ärzte Gefahr, sich unnötigen Ärger einzuhandeln, sagt er. "Die Dokumentation der Behandlung ist entscheidend, damit der Arzt in einem Verfahren etwas in der Hand hat", sagt Smentkowski der "Ärzte Zeitung". Das gelte auch für die Aufklärung. Ist die Dokumentation lückenhaft oder fehlt, kann das als Indiz dafür gewertet werden, dass der Arzt seiner Aufklärungspflicht nicht nachgekommen ist.

"Wir haben es immer wieder mit Ärzten zu tun, die nicht das nötige Problembewusstsein haben", berichtet Smentkowski. Dazu trägt seiner Einschätzung nach auch bei, dass die Ärzte im Studium überhaupt nicht auf dieses Thema vorbereitet würden. Hinzu kommt die immer größer werdende Belastung durch die Bürokratie in den Arztpraxen, weiß er. Da komme den Medizinern die Dokumentation wie eine weitere ärgerliche Belastung vor.

Er könne ihnen aber nur empfehlen, an diesem Punkt nie nachlässig zu werden. Schließlich gehe es um viel. "Bei der Frage, ob ein Arzt haftet oder nicht, kann die Dokumentation eine entscheidende Rolle spielen", betont Smentkowski.

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