Ärzte Zeitung, 12.03.2015

E-Arztbrief

Über tausend Ärzte für Projekte gesucht

Mindestens 50 elektronische Arztbriefe müssen Praxen in zwei Monaten senden oder empfangen.

BERLIN. Beim ersten Partnermeeting der KV Telematik GmbH (KVTG) wurden Details über das anstehende Pilotprojekt der KVen zum elektronischen Arztbrief bekannt gegeben. Interessierte Ärztenetze können die Verträge jetzt unterschreiben.

Bei dem Pilotprojekt zum E-Arztbrief der KVTG verschicken Ärzte in teilnehmenden Ärztenetzen elektronische Arztbriefe über den Kommunikationsstandard KV-Connect der KVen.

Projektleiter Steffen Kruhl von der KVTG erläuterte, dass pro Ärztenetz an der auf drei Quartale befristeten Erprobung 15 bis maximal 150 Ärzte teilnehmen können.

Bisher hätten 81 Ärztenetze aus ganz Deutschland das Starterpaket angefordert und damit potenzielles Interesse an einer Teilnahme geäußert, so Kruhl.

Wer teilnimmt, muss über einen Zeitraum von mindestens zwei Monaten insgesamt mindestens 50 E-Arztbriefe über sein mit KV-Connect ausgestattetes Praxisverwaltungssystem (PVS) versenden oder empfangen.

Aufwandsentschädigung für Teilnahme

Pro Teilnehmer gibt es als Aufwandsentschädigung 50 Euro Registrierungspauschale sowie 350 Euro für eine den Vorgaben entsprechende Teilnahme an den Tests.

Das Geld wird en bloc an die Ärztenetze überwiesen, die intern selbst entscheiden, wie sie die Gelder genau verteilen. So soll verhindert werden, dass sich Haus- oder Fachärzte übervorteilt fühlen.

Auf Nachfrage äußerte sich KVTG Geschäftsführer Dr. Florian Fuhrmann zum Gesamtumfang der Förderung.

Für den hypothetischen Fall, dass alle 81 Ärztenetze, die das Starterpaket angefordert haben, auch tatsächlich teilnehmen, sei eine Förderung von 15 Ärzten pro Netz möglich.

Sollten nur etwa 50 Netze am Ende tatsächlich die Verträge unterschreiben, können entsprechend mehr Ärzte pro Netz die Förderung in Anspruch nehmen.

Für die Agentur der deutschen Ärztenetze betonte deren Vorsitzender Veit Wambach, welche große Bedeutung die Netze diesem Förderprojekt zuschrieben. Den eArztbrief über KV-Connect hält er insbesondere für etwas weiterentwickelte Netze für interessant.

Chance, die genutzt werden sollte

Er könne zwar eine vollständige elektronische Patientenakte nicht ersetzen, sei aber dennoch eine große Chance, die genutzt werden sollte. "Die Bereitschaft, sich PVS-übergreifend zu vernetzen, war bei Ärzten noch nie so groß wie heute", so Wambach.

Technische Voraussetzung für eine Teilnahme ist, dass die Ärzte über eine von der KVTG auditierte Software verfügen, die eArztbriefe über KV-Connect versenden kann.

Als erstes Unternehmen erhielt die GMC Systems das entsprechende Zeugnis für ihren herstellerunabhängigen Kommunikations-Client GMC PaDok.

Fuhrmann betonte, dass die Softwareanbieter für die Auditierung auch nachweisen müssen, dass ihre Lösungen eine qualifizierte elektronische Signatur prinzipiell beherrschen. Im Rahmen des KV-Projekts werde allerdings nicht überprüft, ob diese auch eingesetzt wird.

 Anders ausgedrückt: Ein elektronischer Arztausweis ist für die Pilotierung des KV eArztbriefs nicht zwingend. (gvg)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
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