Ärzte Zeitung online, 19.01.2018

Arztkommunikation

Analog ist immer noch die Realität

Analog ist immer noch die Realität

In den meisten Praxen und Kliniken dominieren noch immer analoge Wege – Brief, Fax oder Telefon – die Kommunikationsabläufe, so eine aktuelle Erhebung.

© Robert Kneschke / stockadobe.com

HAMBURG. Das Faxgerät hat in vielen Praxen noch lange nicht ausgedient. Gleichwohl würden die meisten Ärzte lieber elektronisch kommunizieren – auch, was den Schriftverkehr mit Krankenhäusern betrifft. Das geht aus einer aktuellen Erhebung der Stiftung Gesundheit ("Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2017") hervor. Danach dominieren in den meisten Praxen und Kliniken noch immer analoge Wege – Brief, Fax oder Telefon – die Kommunikationsabläufe; über 90 Prozent der 160 Ärzte, die an der Befragung teilnahmen, bestätigten das.

Gleichzeitig äußerten drei Viertel der Befragten (75,5 Prozent) den Wunsch nach regelmäßig digitalem Austausch – entweder über gesicherte E-Mails oder aus der Praxis- oder der Klinik-IT heraus.

Glaubt man den Zahlen, stehen insbesondere Kliniken kommunikationstechnisch noch mit beiden Beinen in grauer Vorzeit: 98 Prozent der befragten Krankenhausärzte gaben an, etwa mit ihren niedergelassenen Kollegen vorwiegend brieflich (82,7 Prozent), per Fax (5,8 Prozent) oder telefonisch (9,6 Prozent) zu verkehren.

Auch auf der ambulanten Seite scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: 57 Prozent der Hausärzte kommunizieren mit Kliniken meist brieflich, 11,2 Prozent faxen vorwiegend und 15 Prozent greifen am ehesten zum Telefonhörer. Dabei würden 87 Prozent der Klinikärzte und 70 Prozent der Niedergelassenen viel lieber mailen.

"Dass Ärzte und Kliniken immer noch primär analog kommunizieren, muss man klar als Anachronismus bezeichnen – gerade in einem hoch technisierten Sektor wie dem Gesundheitswesen, in dem eine schnelle und möglichst reibungsfreie Interaktion wichtig ist", kommentiert Professor Konrad Obermann, Forschungsleiter der Stiftung Gesundheit, diese Ergebnisse. (cw)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Zukunftsmarkt Gesundheit - Sparen an der falschen Stelle

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schwere Grippewelle hat Deutschland im Griff

Die aktuelle Grippewelle tobt und beschert Praxen und Kliniken einen regen Zulauf. Das RKI hat Tipps, worauf Ärzte jetzt achten sollten. mehr »

Bodyguard lässt sich von Steuer absetzen

211.000 Euro hatte eine Frau für einen Bodyguard steuerlich abgesetzt - zu Recht, entschied jetzt ein Gericht. Eine Rentnerin aus NRW schützt sich so steuersparend vor einer falschen Ärztin. mehr »

Die Ängste der Akademiker

Albtraum Studium? Jeder sechste Studierende leidet nach Angaben der Barmer unter einer psychischen Störung. Tendenz steigend. mehr »