Ärzte Zeitung online, 05.12.2016

Polypharmazie

Alle Medikamenteninfos zentral beim Hausarzt

Nimmt der Patient zahlreiche Pillen am Tag ein, verliert er leicht den Überblick. Ärzte wissen manchmal selbst nicht, was er von einem Kollegen verschrieben bekommt. Ein neues Projekt will die Daten bündeln – beim Hausarzt.

Alle Medikamenteninfos zentral beim Hausarzt

Bei vielen gleichzeitigen Medikamenten verlieren Ärzte und Patienten leicht den Überblick.

© Doug Cannell / iStock.com

BERLIN. X Tabletten stapeln sich jeden Tag auf dem Tisch, der Patient weiß manchmal selbst nicht, welches Medikament für was gut ist. Doch Polypharmazie ist auch eine Herausforderung für die Ärzte: Informiert sie der Patient nicht, wissen die Mediziner nicht, welche Medikamente er von anderen Ärzten verschrieben bekommen hat.

Bisher mussten Ärzte alleine auf das Gedächtnis und die Kommunikation mit dem Patienten hoffen. Hier setzt das Projekt AdAM ( "Anwendung für ein digital unterstütztes Arzneimitteltherapie- und Versorgungs-Management") jetzt an. Alle Arzneimittel eines Patienten sollen zentral bei seinem Hausarzt gespeichert werden. Die Initiatoren sind die BARMER GEK, die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe und mehrere Universitäten.

AdAM wird mit Fördermitteln aus dem Innovationsfonds finanziert. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Neue Leitlinie zum Kopfschmerz durch Schmerzmittel-Übergebrauch

Schmerzmittel können vorbestehende Kopfschmerzen verstärken und chronifizieren - wenn man sie zu oft, zu lange oder zu hoch dosiert einnimmt. Eine neue Leitlinie zeigt auf, wie Ärzte solchen Patienten helfen können. mehr »

Nicht nur zu viel LDL-C ist schädlich

Atherosklerose entsteht offenbar nicht nur, wenn zu viel LDL-Cholesterin im Blut zirkuliert. Der Aufbau der Partikel scheint ebenfalls eine wichtige Rolle zu spielen – und hier lässt sich therapeutisch eingreifen, wie Wissenschaftler zeigen. mehr »