Ärzte Zeitung online, 27.01.2017
 

Online-Termine

Doctolib will Vorort-Service ausbauen

Das Terminservice-Start-up Doctolib hat gerade ein Investment von 26 Millionen Euro erhalten. Geld, das in den Service für die Praxen fließen soll.

BERLIN. Seit Sommer 2016 ist die französische Terminplattform Doctolib mit eigener Dependance auch auf dem deutschen Markt tätig. Bislang allerdings nur in Berlin, weil das Start-up bei der Einführung und Nutzung der Online-Terminsoftware auf einen Vorort-Service für die Praxen setzt. Das soll sich nun ändern. Doctolib hat gerade ein Investment von 26 Millionen Euro erhalten. Damit soll vor allem das Wachstum in Deutschland vorangetrieben werden.

"Wir begreifen uns als Service für Ärzte und wollen vor Ort sein", sagt Simon Krüger, Geschäftsführer und Mitbegründer von Doctolib Deutschland. Als nächste Standorte für die Software-as-a-Service-Lösung stünden die Regionen Hamburg, Köln/Düsseldorf und München auf dem Plan. In Berlin nutzen laut Krüger bereits mehrere hundert Ärzte und über 40.000 Patienten das System, das individuell auf die Belange der Praxen angepasst wird.

Interessant an der neuen Investment-Tranche ist, dass sich daran neben großen Geldgebern wie der französischen Bank Bpifrance mit Ludwig Klitzsch auch ein Unternehmer aus dem deutschen Gesundheitsmarkt beteiligt. Er ist Geschäftsführer der von der Familie Klitzsch geführten Gesundheitsgruppe mit Kernkompetenzen in der Psychosomatik, Inneren Medizin und Orthopädie in Bayern.

Praxistest überzeugte

Überzeugt habe ihn der Praxistest: In einem zu seiner Gruppe gehörenden MVZ in Bayern wurde Doctolib bereits eingeführt. "Wir haben gemerkt, dass die Patienten eher kommen, wenn sie erinnert werden", sagt er. Für Klitzsch ist es eine gute Möglichkeit, in den digitalen Markt einzusteigen.

Investiert wird laut Krüger aber auch in neue Funktionalitäten und die einwandfreie Ausspielung des Online-Terminsystems auf allen mobilen Kanälen. Viele Terminbuchungen würden bereits über Smartphones getätigt, erläutert er. Drei Viertel der Terminbuchungen über Doctolib werden übrigens außerhalb der Praxiszeiten vorgenommen.

In anderen IT-Services, etwa der Etablierung einer zusätzlichen Videosprechstunde, will sich Krüger nicht tummeln. Doctolib wolle sich auf seine Kernkompetenz, das Terminmanagement, konzentrieren, und die Praxen hier organisatorisch entlasten. (reh)

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