Ärzte Zeitung online, 11.09.2018

KBV-Symposium

Mehr Zeit für Patienten statt Bürokratie – ist das möglich?

Wie lässt sich Bürokratie in Arztpraxen reduzieren? Darüber beraten Experten am Dienstag auf einem KBV-Symposium. Der Handlungsdruck ist hoch.

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Drohen Ärzte in der Bürokratieflut unterzugehen – zulasten der Versorgung von Patienten? Bis zu einem Tag pro Woche verwenden Ärzte offenbar für die Bearbeitung von Formalien.

© Pawel Gaul / Getty Images / iSto

NEU-ISENBURG. Laut Ärztemonitor, für den deutschlandweit rund 11.000 Vertragsärzte und -psychotherapeuten befragt wurden, hat die Verwaltungstätigkeit nach der Patientensprechstunde den größten Anteil an der ärztlichen Arbeitszeit, etwa ein (knapper) Arbeitstag geht durch Bürokratie jede Woche drauf.

Bei einem Symposium "Bürokratieabbau im Gesundheitswesen" diskutieren daher Vertreter aus Gesundheitspolitik und Wirtschaft am Dienstag in Berlin unter anderem, ob die Selbstverwaltung ein verbindliches Bürokratie-Abbauziel braucht.

Im Rahmen des Projektes "Mehr Zeit für Behandlung" hatte zuvor der Nationale Normenkontrollrat die Bürokratiebelastung in deutschen Arztpraxen gemessen. Das beim Bundeskanzleramt angesiedelte Gremium ermittelte, dass die zahlreichen Informationspflichten und Verwaltungsvorgaben jährlich Bürokratiekosten in Höhe von mehr als vier Milliarden Euro verursachen.

Aus der Erhebung wurden konkrete Handlungsempfehlungen zum Bürokratieabbau abgeleitet. Immerhin: Die jüngste Messung vom Herbst 2017 ergab Kosten in Höhe von 2,4 Milliarden Euro jährlich für Verwaltungstätigkeiten. Geschätzt hatte die Fachhochschule des Mittelstandes in Bielefeld.

Zu den Handlungsempfehlungen des Normenkontrollrates, die im Projekt "Mehr Zeit für die Behandlung", das 2013 gestartet worden ist, gehör(t)en etwa

  • die Vereinfachung diverser Formulare,
  • die Erstellung eines Prozesses für ein elektronisches Antrags- und Genehmigungsverfahren und
  • Vereinfachungen zur Erfüllung der Aufbewahrungspflichten.

Immer wieder Thema in Sachen Bürokratieabbau sind auch die Anfragen von Krankenkassen und ihren Medizinischen Diensten bei den Arztpraxen. Die Empfehlungen sind teilweise bereits umgesetzt worden. (run/ger)

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