Ärzte Zeitung online, 12.02.2019

Personalbedarf

Fachkräftemangel bedingt umfangreiche Zuwanderung

GÜTERSLOH. Deutschland hat bis 2060 einen jährlichen Einwanderungsbedarf von mindestens 260.000 Menschen. Nur so lässt sich der demografisch bedingte Rückgang des Arbeitskräfteangebots auf ein für die Wirtschaft verträgliches Maß begrenzen, postuliert eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Bertelsmann Stiftung.

Es sei zu erwarten, dass im Jahresdurchschnitt rund 114.000 Zuwanderer aus anderen EU-Staaten kommen werden, demnach rund 146.000 Personen aber aus Drittstaaten außerhalb der EU einwandern müssten. Rückblickend ist für 2017 laut Studie für das „Berufshauptfeld Gesundheit“ ein starker Zuzug von Menschen aus Syrien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, der Türkei, Albanien und Vietnam zu verzeichnen, in denen Deutschland – teils auf Abkommensbasis – gezielt Fachkräfte sucht.

Wie die Studienautoren hinweisen, berge aber gerade die Abwerbung gut qualifizierter Menschen aus (kleinen) wenig entwickelten Ländern birgt dort die Gefahr von entgangenen Entwicklungschancen. Für einzelne Branchen gelten deshalb bereits besondere Einschränkungen wie der freiwillige WHO-Verhaltenskodex zur internationalen Rekrutierung von Gesundheitspersonal von 2015. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Mehr Beachtung für die Diastole!

Dem diastolischen Blutdruck wird weniger Bedeutung geschenkt als dem systolischen. Dabei sind diastolische Werte ein unabhängiger Risikofaktor für Infarkt und Schlaganfall. mehr »

Ebola-Helfer fordern rasche Unterstützung

Noch immer klappt es nicht, den Ebola-Ausbruch im Kongo unter Kontrolle zu bekommen. Jetzt hat die WHO einen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Hilfsorganisationen fordern weitere Impfstoffe und finanzielle Hilfe. mehr »

Drei Gesetze auf einen Streich

Gesundheitsminister Spahn in Höchstform: Dem Bundeskabinett präsentiert er drei ambitionierte Reformpläne – und die werden abgenickt. Nach der Sommerpause berät der Bundestag darüber. Es dürfte turbulent werden. mehr »