Ärzte Zeitung, 22.07.2008
 

TIPPS FÜR DIE ARZTHELFERIN

Bei schwierigen Patienten hilft nur Ruhe bewahren

Es gibt immer wieder Patienten, mit denen die Chemie einfach nicht stimmt. Ignorieren oder unfreundlich behandeln, das ist für Medizinische Fachangestellte keine Alternative. Hier heißt es, durch kommunikative Kompetenz über den eigenen Schatten zu springen.

Von Theresia Wölker

Wenn Sie als Arzthelferin wissen wollen, ob Sie professionell mit Konflikten umgehen, sollten Sie sich vor Ihrem geistigen Auge folgende Situation vorstellen: Eine Patientin betritt die Praxis und Sie denken: "Die hat mir gerade noch gefehlt." Unglücklicherweise beschwert sie sich auch noch über einen Fehler, der passiert ist. Wie würden Sie in einer solchen Situation reagieren?

Konfliktfähigkeit und Fachkompetenz im Umgang mit Menschen bedeutet besonders, mit den eigenen Gefühlen gut umzugehen und persönliche Vorlieben außer Acht zu lassen. Ein auch in kommunikativer Hinsicht kompetentes Team macht aus einer Praxis - zumindest den Umständen entsprechend - eine Wohlfühlzone, in der Patienten professioneller Service geboten und Respekt gezollt wird.

Jede Medizinische Fachangestellte sollte sich immer wieder kritisch fragen:

  • Wann war ich das letzte Mal ungeduldig? Gelassen bleiben und Ruhe bewahren, heißt die Maxime.
  • Welche Patienten bringen mich immer wieder in Rage? Die Kontrolle der eigenen Emotionen gehört zum lebenslangen Lernen.
  • Wann wurde ich das letzte Mal gegenüber einem Patienten laut? Klugheit ist leise.

Eine Arzthelferin bringt in einem Seminar die Professionalität auf den Punkt: "Ich habe im Umgang mit Patienten gelernt, die Bombe zu entschärfen."

Theresia Wölker aus Bendorf ist Personaltrainerin und Beraterin für Praxisteams.

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