Ärzte Zeitung online, 12.08.2009

Reallöhne in Deutschland 2004 bis 2008 gesunken

BERLIN (dpa). Trotz kräftigen Wachstums sind die Netto-Reallöhne in Deutschland von 2004 bis 2008 gesunken. Die Entwicklung sei einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Dienstag in Berlin mit.

Der zurückliegende Aufschwung sei bei den Lohnbeziehern nicht angekommen, obwohl diese heute im Durchschnitt sogar besser qualifiziert seien, schreibt DIW-Experte Karl Brenke im am Mittwoch erscheinenden Wochenbericht des Instituts.

Der Netto-Reallohn ergibt sich durch Abzug der Sozialbeiträge und Steuern vom Brutto unter Berücksichtigung der Preissteigerung. "Offensichtlich hat die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften nachgelassen", sagte Brenke zu den Ursachen. Im Gegensatz zu den Angestellten hätten Selbstständige in den vergangenen Jahren ihre Einkünfte kräftig steigern können; ebenso seien die Einkünfte aus Kapitalvermögen gestiegen. "Insofern kann man die Arbeitnehmer als Verlierer bezeichnen", sagte Brenke.

Die schwache Lohnentwicklung in den zurückliegenden Jahren habe aber zweifellos Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit gestärkt, hieß es. Andererseits dämpfe es den Konsum, wenn sich Beschäftigte von ihrem Arbeitseinkommen weniger leisten können. Das DIW sagte eine Wende zu höheren Reallöhnen voraus. Grund sei die geringe Teuerungsrate.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Schwere Grippewelle hat Deutschland im Griff

Die aktuelle Grippewelle tobt und beschert Praxen und Kliniken einen regen Zulauf. Das RKI hat Tipps, worauf Ärzte jetzt achten sollten. mehr »

Bodyguard lässt sich von Steuer absetzen

211.000 Euro hatte eine Frau für einen Bodyguard steuerlich abgesetzt - zu Recht, entschied jetzt ein Gericht. Eine Rentnerin aus NRW schützt sich so steuersparend vor einer falschen Ärztin. mehr »

Die Ängste der Akademiker

Albtraum Studium? Jeder sechste Studierende leidet nach Angaben der Barmer unter einer psychischen Störung. Tendenz steigend. mehr »