Ärzte Zeitung online, 21.08.2009

MFA-Verband rät Arzthelferinnen zur Vorsicht bei persönlichen Infos im Web

KÖLN (akr). Niedergelassene Ärzte suchen wie andere Arbeitgeber im Internet nach Informationen über Bewerberinnen. Mit bereits angestellten Mitarbeiterinnen in der Praxis gibt es laut Verband der medizinischen Fachberufe (VmF) bislang keine Probleme wegen fragwürdiger Veröffentlichungen im World Wide Web.

MFA-Verband rät Arzthelferinnen zur Vorsicht bei persönlichen Infos im Web

Foto: Eisenhans ©www.fotolia.de

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Dimap im Auftrag der Bundesregierung greifen 28 Prozent der deutschen Unternehmen systematisch auf Daten von Bewerbern aus dem Internet zurück, meistens vor der Einladung zu einem Gespräch. Dabei nutzen sie Karriereportale und Netzwerke wie Facebook.

Ganz schlecht kommt es der Umfrage zufolge bei Arbeitgebern an, wenn sich Bewerber negativ über bisherige Stellen äußern. Auch sehr persönliche Inhalte und Fotos schrecken sie ab.

"Auch Freiberufler nutzen alle legalen Quellen, um sich ein Bild über ihre künftigen Mitarbeiter zu machen", sagt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB) Arno Metzler der "Ärzte Zeitung". "Je höher die zu besetzende Position in der Qualifikationsanforderung und der Hierarchie angesiedelt ist, desto höher ist in der Regel der Rechercheaufwand."

Der VmF geht davon aus, dass niedergelassene Ärzte einen Blick ins Internet werfen, wenn sie eine Bewerbung erhalten. "Wir haben dazu von unseren Mitgliedernaber noch keine Beschwerden bekommen", sagt Sprecherin Heike Rösch. "Ich glaube nicht, dass Ärzte die Ablehnung einer Bewerberin mit Informationen im Internet begründen würden." Der Verband rät seinen Mitgliedern, mit ins Netz gestellten persönlichen Informationen sehr vorsichtig zu sein. Berichte über Probleme von Mitarbeiterinnen in Praxen wegen ihrer persönlichen Veröffentlichungen im Internet sind dem Verband nicht bekannt.

Mediziner, die sich auf eine Stelle bewerben, brauchen die Online-Recherche des potenziellen Arbeitgebers nicht zu fürchten, glaubt der Sprecher des Marburger Bundes in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Michael Helmkamp. "Angesichts des Ärztemangels ist jeder Arbeitgeber froh, wenn er überhaupt einen Arzt bekommt", sagt er. Außerdem seien Mediziner clever genug, um nichts Kompromitierendes ins Internet zu stellen.

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