Ärzte Zeitung online, 01.06.2010

Gute Chefs haben gesunde Mitarbeiter

VÄSTERåS (men). Die Führungsqualitäten von Vorgesetzten beeinflussen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Mit einem verständnisvollen Chef und einem guten Arbeitsklima macht die Arbeit nicht nur mehr Spaß. Die Mitarbeiter sind auch seltener krank als unter schlechteren Arbeitsbedingungen. Das ergab eine groß angelegte Befragung von Pflegepersonal in Schweden.

Gute Chefs haben gesunde Mitarbeiter

Nette und verständnisvolle Chefs - sie können positiven Einfluss auf das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter haben.

© Yuri Arcurs / fotolia.com

Erkennt ein Vorgesetzter die Leistungen seiner Mitarbeiter an, fördert die Weiterentwicklung ihrer persönlichen Stärken und lässt die Untergebenen bei wichtigen Entscheidungen mitbestimmen, führt das auch zu einer besseren Stimmung innerhalb der Arbeitsgruppe. Das gute Verhältnis der Angestellten untereinander wiederum senkt den Krankenstand. Das haben Forscher der schwedischen Mälardalens Universität anhand einer Befragung von 15 000 kommunalen Pflegekräften herausgefunden. Insgesamt 8760 der Befragten gaben Auskunft (rund 58 Prozent).

Kranken- und Altenpfleger empfinden es oft als große Belastung, dass sie den von sich selbst und anderen an sie gestellten Anforderungen in der täglichen Arbeit nicht immer gerecht werden können. Haben sie aber das Gefühl, dass sie im Zweifelsfall von ihrem Chef Rückendeckung bekommen, belastet sie dieser Zwiespalt weniger, wie das Ergebnis der Studie zeigt. Auch gesundheitsfördernde Maßnahmen wie etwa eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes und eine individuelle Gesundheitsberatung verbessern den Gesundheitszustand der Angestellten.

"Ein Führungsstil, der die Leistung der Mitarbeiter anerkennt, die Angestellten ermuntert, sich zu wichtigen Entscheidungen zu äußern und Hilfe bei der Entwicklung individueller Fähigkeiten anbietet, ist gesundheitsfördernd und lohnt sich für den Arbeitgeber", fasst Professor Ingemar Åkerlind zusammen.

Zur Zusammenfassung der Untersuchung (auf schwedisch)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »