Ärzte Zeitung online, 02.08.2010

MFA-Verband peilt höhere Löhne in den Praxen an

BERLIN (maw). Praxischefs können sich schon jetzt auf Forderungen nach einer besseren Vergütung ihrer Medizinischen Fachangestellten gefasst machen. Im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" sagte die tarifpolitische Sprecherin des Verbandes medizinischer Fachberufe (VmF) Margret Urban: "Wir hoffen, dass die MFA an dem Plus der ärztlichen Vergütung, über das vielfach berichtet wurde, beteiligt werden."

MFA-Verband peilt höhere Löhne in den Praxen an

MFA hoffen auch im nächsten Jahr auf ein Plus bei der Gehaltsabrechnung.

© ISO K° - photography / fotolia.com

Nachdem die Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten (AAA) als Tarifpartner bereits bei dem aktuellen, seit 1. Juli 2009 laufenden Tarifvertrag, einer fünfprozentigen Lohnsteigerung zugesagt hatte, wisse sie nicht, wie hoch die Forderung mit Blick auf den nächsten Tarifvertrag aussehen werde. "Vielleicht fordern wir mehr als drei Prozent", reagierte Urban auf Äußerungen des Wirtschaftsweisen Peter Bofinger. Dieser hatte gegenüber der "Rheinischen Post" deutliche Lohnzuwächse gefordert. "Wir brauchen kräftigere Lohnsteigerungen von mindestens drei Prozent", sagte er der Zeitung.

Bevor der VmF mit konkreten Forderungen an die AAA gehen kann, muss der Verband zuerst den Tarifvertrag kündigen. Dieser läuft noch bis Ende des Jahres. Urban geht indes nicht auf Konfrontationskurs zu den Praxischefs. "Wir haben in der Vergangenheit schon viel erreicht, was die Ost-West-Anpassung der Lohnstruktur oder die betriebliche Altersvorsorge (bAV) angeht", gesteht die Verbandsfunktionärin ein.

"Nicht von der Hand zu weisen, ist allerdings", so schiebt Urban nach, "dass sich die Arzthelferinnen und MFA an einigen Stellen noch im Niedriglohnsektor befinden." So sei zum Beispiel für eine Berufsanfängerin eine eigenständige Lebensführung nur auf Basis des eigenen Einkommens so gut wie unmöglich, wie Urban hervorhebt.

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