Ärzte Zeitung online, 24.01.2011

Neuer Tarif: Arzthelferinnen erhalten rückwirkend zum 1. Januar mehr Geld

BERLIN (reh). Der neue Tarifvertrag für Medizinische Fachangestellte (MFA) steht. Demnach gibt es eine nach Berufsjahren gestaffelte Gehaltssteigerung. Das größte Plus bekommen mit fünf Prozent MFA in den ersten drei Berufsjahren.

Neuer Tarif: Arzthelferinnen erhalten rückwirkend zum 1. Januar mehr Geld

Helferinnen in der Praxis: Mehr Geld rückwirkend ab Januar.

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Rückwirkend zum 1. Januar 2011 sollen die Gehälter der MFA steigen. Auszubildende erhalten 30 Euro mehr im Monat - und zwar in allen Ausbildungsjahren.

Für die anderen Tarifgruppen wurde eine prozentuale Erhöhung ausgehandelt: Für MFA in den ersten drei Berufsjahren fünf Prozent, im vierten bis sechsten rund 2,6 Prozent und in den anderen Gehaltsgruppen 1,25 Prozent.

Die beiden Tarifparteien, der Verband der Medizinischen Fachberufe (VmF) und die Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten (AAA), haben sich nach relativ kurzen Verhandlungen geeinigt.

Erst am 9. Dezember war das erste Treffen der Tarifparteien (wir berichteten), am 20. Januar sei die Einigung zustande gekommen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Warum es die Staffelung beim Tarifplus gibt? Es sei eine Forderung des VmF gewesen, einen gewissen Stundenlohn für MFA zu erhalten, der in den unteren Gehaltsgruppen bislang nicht erreicht worden war, heißt es auf Nachfrage bei der Bundesärztekammer.

Und man wolle den ja "relativ jungen Beruf" für Schulabgänger/innen und junge MFA attraktiv machen. Außerdem sollen die neuen Tarife helfen, die Abwanderung aus den neuen Bundesländern zu stoppen.

Eine Hauptforderung des VmF vor den Verhandlungen lautete daher auch, dass man von Einstiegsgehältern unter 10 Euro die Stunde weg wolle.

Statt wie bislang 1424 Euro in den ersten drei Berufsjahren in der Tätigkeitsgruppe I erhalten die MFA in dieser Tätigkeitsgruppe jetzt 1495 Euro.

In der Tätigkeitsgruppe II steigt das Gehalt in den ersten Jahren von 1495 Euro auf 1570 Euro. Im vierten bis sechsten Berufsjahr können je nach Qualifikation vier Tätigkeitsgruppen erreicht werden, deren Gehälter auf 1595 bis 1914 Euro steigen.

Ebenfalls angehoben wurde der Beitrag für die betriebliche Altersvorsorge: Hier erhöht sich der Arbeitgeberanteil ab 1.7.2011 um 10 Euro.

Er beträgt somit für Auszubildende nach der Probezeit und Beschäftigte mit mindestens 18 Wochenstunden 30 Euro und für Beschäftigte mit weniger als 18 Wochenstunden 20 Euro.

Der neue Gehaltstarifvertrag hat eine Laufzeit bis 31. Dezember dieses Jahres. Bis zum 7. Februar läuft zudem die Einspruchsfrist beider Tarifparteien.

Der Tarif ist dann für Arztpraxen bindend, wenn sie Mitglied in der AAA sind, oder wenn die Arbeitsverträge mit den Mitarbeitern auf dem Mustervertrag der Ärztekammern aufbauen.

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