Ärzte Zeitung, 29.06.2011

Frauenfußball-WM ist kein Grund für fristlose Kündigung

Frauenfußball-WM ist kein Grund für fristlose Kündigung

NEU-ISENBURG (bü). Wollen Medizinische Fachangestellte (MFA) oder auch angestellte Ärzte in der Praxis Spiele der Frauenfußball-WM verfolgen, so müssen Praxischefs dies gebührend tolerieren - genau wie bei der Fußball-WM der Männer.

Das geht aus einer Entscheidung des Arbeitsgerichts Frankfurt hervor, die einen Fall der 2010er Weltmeisterschaft betraf.

Hier sah sich ein Verkäufer während seiner Arbeitszeit auf einem mitgebrachten Fernseher ein Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft an. Dies rechtfertigt nach Ansicht der Richter weder eine fristlose noch eine ordentliche Kündigung.

Pflichtverletzung im untersten Bereich

Das Gericht begründete seinen Spruch damit, dass der Angestellte vorher hätte abgemahnt werden müssen - zumal es seine erste Verfehlung im Job in dieser Richtung gewesen sei.

Angesichts der "gesellschaftlichen Bedeutung von Fußball" sei das Ansehen von Fußballspielen als "sozial-adäquat" einzustufen, "so dass das Gewicht der arbeitsvertraglichen Pflichtverletzung als im untersten Bereich anzusehen" sei.

Der Arbeitgeber habe außerdem nach Einschätzung der Arbeitsrichter nicht dargelegt, ob sich Kunden durch das Fernsehgerät im Verkaufsraum gestört gefühlt hätten.

Az.: 7 Ca 4868/10

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Ausreichend Folsäure schützt Hypertoniker vor Schlaganfall

Bestimmte Hypertoniker sollten auf eine gute Folsäureversorgung achten. Dadurch können sie ihr Schlaganfallrisiko deutlich senken. mehr »

Feinsinnige Geister und Antisemiten

Ein neues Buch beleuchtet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin während des Nationalsozialismus. Am Fallbeispiel Emil von Bergmann erkennen Leser, wie zwiegespalten die DGIM-Mitglieder waren. mehr »

Saunieren schützt vor Schlaganfall

Möglicherweise beugt häufiges Saunieren Hirninfarkten vor. In einer finnischen Studie war die Schlaganfallrate bei Saunafans um 60 Prozent reduziert - dafür mussten Saunagänger aber einen Faktor beherzigen. mehr »