Ärzte Zeitung, 28.07.2014
 

Personalführung

Stress am Arbeitsplatz allgegenwärtig

MÜNCHEN. Stress am Arbeitsplatz ist in Deutschland anscheinend allgegenwärtig. Fast 90 Prozent der Fach- und Führungskräfte stehen laut einer aktuellen, nicht repräsentativen Umfrage der Online-Jobbörse Stellenanzeigen.de unter Druck.

An der Umfrage vor Beginn der Urlaubszeit nahmen nach Angaben des Jobbörsenbetreibers 758 Fach- und Führungskräfte teil.

Lediglich 11,2 Prozent der Befragten hätten angegeben, dass sie im Arbeitsalltag keinen Stress empfinden. Die große Mehrheit von 88,8 Prozent sei anderer Meinung und fühle sich - zumindest zeitweise - Stress ausgesetzt.

Ärzte und Psychologen warnen schon seit geraumer Zeit, dass massiver Stress am Arbeitsplatz die Gesundheit schädigt und im schlimmsten Fall zu Depressionen oder Burn-out führe. Auch könne eine solche Dauerbelastung in der Frührente des betreffenden Arbeitnehmers enden.

Alarmierend deutlich zeige die aktuelle Umfrage nun, wie viele der Fach- und Führungskräfte gefährdet seien: Stattliche zwei Drittel (65,4 Prozent) fühlten sich demnach bereits so überfordert, dass sie ungern zur Arbeit gehen (20,3 Prozent) oder sogar bereits körperliche Symptome entwickelt haben (45,1 Prozent).

Immerhin ein Viertel der Teilnehmer (23,4 Prozent) empfinde den Stress im Job als positiv, er sporne sie an. (maw)

[28.07.2014, 13:06:15]
Dipl.-Med Wolfgang Meyer 
Woher rührt dieser Druck?
Feststellen kann jeder! Aber woher kommt diese Anspannung, dieser Druck am Arbeitsplatz? Gerade im sozialen Sektor und bei öffentlichen Arbeitgebern greifen fachliche Inkompetenz und Unfähigkeit bei der Mitarbeiterführung um sich. Das Unverständliche dabei ist, dass hier niemand reagiert! Denn diese Führungsschwäche kostet uns, die Steuerzahler viel Geld! Noch schlimmer jedoch sind der Verlust an Motivation und Sinnempfindung bei den Beschäftigten. Ein Großteil verliert neben der Freude an der Arbeit die Hoffnung auf Besserung! Diese Frustration wird dann in die Familie und in alle privaten
Lebensbereiche getragen. Psychotherapie und Beratung kann nur einen geringen Teil der Betroffenen erreichen. Die Solidarität und der menschliche Umgang miteinander gehen verloren! Viele Betroffene sind zunehmend weniger zu Konfliktlösungen in der Lage, da ihnen inzwischen auch am Arbeitsplatz das Rückgrat "gebrochen" wird! Wann wachen wir auch
hier endlich auf? Zumindest ist mehr Wehrhaftigkeit und Solidarität ge-
rade auch am Arbeitsplatz gefragt. Wichtig ist, gegen Mobbing und Ausgrenzung aufzubegehren! Jeder kann in solch einen Strudel geraten, und jeder hat hier Hilfestellung und Empathie sowie Unterstützung verdient! zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Es kommt Schwung in die Entwicklung neuer Psychopharmaka

Bald könnte es einen Schub für die Entwicklung neuer Psychopharmaka geben. Denn Forscher finden immer mehr über die Entstehung psychischer Erkrankungen heraus. mehr »

Spielt Krebs eine Rolle beim plötzlichen Kindstod?

Ein plötzlicher Kindstod bei einer unbekannten neoplastischen Erkrankung ist selten, aber kommt vor. Das ist das Ergebnis einer britischen Studie. mehr »

Patienten sollen Verdacht auf Nebenwirkung melden

Alle europäischen Arzneimittelbehörden fordern in einer gemeinsamen Kampagne Patienten auf, ihnen verstärkt Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. mehr »