Ärzte Zeitung, 10.11.2014

Studie

Jugendliche leiden unter Arbeitsdruck

Bereits bei den 15- bis 24-Jährigen zeigen sich durch die zunehmende Belastung gesundheitliche Beschwerden.

BERLIN. Auszubildende und jugendliche Beschäftigte leiden unter der zunehmenden Arbeitsverdichtung mit hohem Termindruck und der Forderung an Arbeitnehmer, multitaskingfähig zu sein. Das zeigt die Jugenderwerbstätigenbefragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Immerhin 3214 Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren, mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mindestens 10 Stunden, wurden telefonisch befragt. Rund 39 Prozent der Befragten gaben an, häufig unter Termin- und Leistungsdruck zu stehen. Fast die Hälfte von ihnen fühlt sich dadurch belastet.

Multitasking wird gefordert

Multitasking wird laut der Umfrage von rund 47 Prozent der jugendlichen Erwerbstätigen häufig im Betrieb gefordert. Über 55 Prozent von ihnen gaben zudem an, dass das Arbeiten bis an die Grenzen der Leitungsfähigkeit sie belaste.

Dabei erbringen bereits die jugendlichen Arbeitnehmer zu 45 Prozent eine Wochenarbeitszeit zwischen 40 und 47,9 Stunden. Bei den Arbeitnehmern und Azubis unter 18 Jahren überwiegt mit 65 Prozent allerdings eine Wochenarbeitszeit von 10 bis rund 20 Stunden.Fast 55 Prozent der jugendlichen Erwerbstätigen sind im Schichtdienst tätig, rund 30 Prozent von ihnen macht dies zu schaffen.

Erschreckend ist zudem, dass über ein Fünftel der jungen Arbeitskräfte Pausenausfälle hinnehmen müssen. Häufigste Gründe dafür sind die zu hohe Arbeitsmenge (46 Prozent) und dass die Pausen nicht kompatibel mit dem Arbeitsablauf sind (34 Prozent).

Die Erhebung zeigt auch, dass bereits bei Jugendlichen arbeitsbedingte Gesundheitsschäden auftreten. Gefragt nach körperlichen Beschwerden in den vergangenen zwölf Monaten, gaben 40,8 Prozent der Umfragteilnehmer an, dass in diesem Zeitraum bei ihnen Rücken- und Kreuzschmerzen aufgetaucht seien. 39 Prozent litten unter Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich, 40,5 Prozent unter Kopfschmerzen und 46 Prozent unter Müdig- und Mattigkeit. (reh)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »