Ärzte Zeitung online, 05.09.2017
 

Kommentar

Rätselhaftes Schweigen

Von Rebekka Höhl

Ein Tarifergebnis, das bis Ablauf der Einspruchsfrist unter Verschluss gehalten wird, ist ungewöhnlich, ja gar ungehörig. Dennoch haben sich die Tarifpartei der niedergelassenen Ärzte, die AAA, und der Verband der medizinischen Fachberufe (VmF) genau hierauf geeinigt. Und das bei einem Tarifergebnis, das sich durchaus sehen lassen kann: Ein Plus von 2,6 Prozent in diesem Jahr und 2018 noch einmal 2,2 Prozent, das liegt über der Inflationsrate und ist besser als das Ergebnis in manch anderer Branche.

Die Gründe für das Stillschweigen sind nicht bekannt. Es liegt aber nahe, dass sie mit der Umwandlung des 13. Monatsgehalts zu tun haben könnten. Bei den MFA ein äußerst unbeliebtes Thema, das dafür sorgte, dass auch der Ton während der Verhandlungen schärfer als gewöhnlich war. Von "Arbeitsmotivation durch Sanktionen" hatte der VmF gesprochen. Letztlich gab der Verband nach. Doch ein Einknicken kann man ihm nicht vorwerfen. Er hat einen mehr als akzeptablen Kompromiss ausgehandelt, der eine mehrstufige Erhöhung des übrig bleibenden Teils der Sonderzahlung enthält. Also kein Grund für Geheimniskrämerei, die hoffentlich so nicht noch einmal betrieben wird. Denn letztlich schadet mangelnde Transparenz immer auch der Akzeptanz eines Tarifs – nicht nur bei Arbeitgebern.

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