Ärzte Zeitung online, 23.11.2017
 

Urlaubsvertretung

KV Bremen zieht andere Saiten auf

Die KV Bremen will über die Weihnachtsfeiertage kontrollieren, ob abwesende Ärzte für eine Vertretung gesorgt haben.

BREMEN. Vertragsärzte, die über die Feiertage frei nehmen, ohne eine Vertretung organisiert zu haben, droht die KV Bremen Disziplinarverfahren an. Das gelte ab 15. Dezember dieses Jahres, heißt es. Die KV kündigte telefonische Kontrollanrufe an. "Wenn Praxen schließen, ohne für eine Vertretung zu sorgen, liegt ein Verstoß gegen vertragsärztliche Pflichten vor", begründete KV Vorstand Dr. Jörg Hermann auf der VV den Schritt. Die KV Bremen werde diese Vergehen künftig ahnden. "Leider müssen wir jetzt amtlich werden", so Hermann. Wird ein Kollege erwischt, so wird er künftig vor den Disziplinarausschuss zitiert, so KV-Sprecher Christoph Fox. Je nach Schwere des Vergehens drohen eine schlichte Ermahnung, maximal 50.000 Euro Strafe oder gar Zulassungsentzug.

Hintergrund sei eine Zunahme von Beschwerden über fehlende Vertretungen. Die Zahl der Vergehen wurde bisher nicht erhoben, erklärt Fox. "Aber es ist kein gefühltes Problem. Wir hören immer wieder Beschwerden." Sowohl Patienten als auch Ärzte hätten sich schon bei der KVHB über geschlossene Praxistüren beklagt.

Die KV habe das Thema in der Vergangenheit immer wieder angesprochen und an die Kollegialität appelliert. "Leider ohne Erfolg", so Hermann vor der VV. "Es kann nicht sein, dass sich einige Praxen an Brückentagen, zu Ferienzeiten und an Freitagnachmittagen aus der Versorgung schleichen und ihren Kolleginnen und Kollegen eine zusätzliche Last aufbürden, ohne sie darüber zu informieren."

Praxisvertretungen müssten untereinander abgestimmt werden, wobei der Vertragsarzt sich grundsätzlich nur durch einen Facharzt desselben Fachgebietes vertreten lassen darf, betont die KV Bremen. Allgemeinärzte und hausärztliche Internisten können sich gegenseitig vertreten. Außerdem seien Patienten etwa per Praxisaushang, Anrufbeantworter oder Homepage rechtzeitig auf die Vertretung aufmerksam zu machen. Ein Verweis auf den Ärztlichen Bereitschaftsdienst genüge nicht.

Das Vorhaben der KV provoziert bei der Ärzteschaft an der Weser offenbar Unruhe. Fox: "Wir hören aus den Fachausschüssen einiges Hintergrundgrummeln". Die entsprechende Ankündigung auf der KV-Homepage sei jedenfalls so oft angeklickt worden wie sonst fast kein zweiter Text. (cben)

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