Ärzte Zeitung online, 07.02.2018

Arbeitsrecht

Kein Anspruch auf ungefaltetes Arbeitszeugnis

MAINZ. Praxischefs dürfen ein Arbeitszeugnis für einen normalen Geschäfts-Briefumschlag falten. Mehrere Seiten dürfen auch zusammengetackert sein, wie jetzt das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz entschied.

Es wies damit die Klage eines Arbeitnehmers aus Mainz gegen Knicke und Heftklammer ab. Wichtig sei nur, dass das Zeugnis "kopierfähig" ist und sich die Knicke auf der Kopie nicht abzeichnen.

Weder in der Faltung noch in der Heftklammer sahen die Mainzer Richter ein "Geheimzeichen". Es gebe keinerlei Belege dafür, dass ein gefaltetes oder getackertes Zeugnis Kennern vermitteln könnte, der Zeugnisaussteller sei mit dem Arbeitnehmer nicht zufrieden gewesen. Für Knicke hatte bereits 1999 auch Bundesarbeitsgericht entsprechend entschieden.

Als typisches Geheimzeichen gilt dagegen beispielsweise eine unterstrichene Telefonnummer, die darauf hindeutet, dass ein Arbeitgeber bereit ist, telefonisch vom Zeugnis abweichende Auskünfte zu erteilen. (mwo)

Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Az.: 5 Sa 314/17

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Erhöhtes Krebsrisiko durch Kuhmilch und Rindfleisch?

Forscher sind krebsauslösenden Agenzien auf der Spur, die in Milch und Rindfleisch stecken. Sie sind dadurch wohl auch auf den Grund gestoßen, warum Stillen das Krebsrisiko senkt. mehr »

Homöopathie-Ausschluss für CME-Punkte?

Werden in Berlin künftig keine CME-Punkte mehr für Fortbildungsveranstaltungen zur Homöopathie vergeben? Die Diskussion darüber läuft noch. mehr »

Dort, wo die Folgekoloskopie nötig ist, erfolgt sie oft nicht

Bei der Nachsorge von Patienten nach Screening-Koloskopien besteht eine erhebliche Über- und Unterdiagnostik - je nach Adenomtyp, so Daten der KolosSal-Studie. mehr »