Ärzte Zeitung, 18.06.2008

Höhere Wegegelder für Hausbesuche?

Forderung des Chefs der KV Nordrhein zum Ausgleich gestiegener Kraftstoffpreise / Landärzte stark betroffen

KÖLN (iss). Als Folge der steigenden Benzinpreise müssen niedergelassene Ärzte für Hausbesuche endlich ein entsprechend höheres Wegegeld erhalten. Das fordert der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo) Dr. Leonhard Hansen.

Höhere Tankkosten machen Ärzten zu schaffen.

Foto: Phototom©www.fotolia.de

Die Entschädigung für die Fahrten zu Hausbesuchen sei bislang für die betroffenen Ärzte schon kaum kostendeckend gewesen, sagt Hansen. "Seit der Explosion der Energiepreise sind Hausbesuche zum Zuschussgeschäft geworden."

Seit der letzten Erhöhung der Wegegelder Anfang 2007 sei der Preis für Diesel beispielsweise um 36 Prozent gestiegen. Besonders Landärzte seien von der Kostenexplosion betroffen, weil sie im Notdienst oft weite Strecken zurücklegen und häufig Wagen mit Dieselmotoren nutzen, sagt Hansen.

Dieselfahrzeuge sind in der Regel in der Anschaffung und bei der Versicherung teurer als vergleichbare benzinbetriebene Modelle. Unter Berücksichtigung der momentanen Dieselpreise rechnet sich eine Amortisation der teureren Dieselfahrzeuge erst ab einer Laufleistung von 90 000 Kilometern.

Für die Hausbesuche erhalten die Niedergelassenen nach Angaben der KVNo zurzeit zwischen 0,60 und 1,23 Euro je Kilometer beziehungsweise Pauschalen zwischen 3,20 und 13,20 Euro.

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