Ärzte Zeitung, 10.10.2008

Ärzte liegen beim QM bestens in der Zeit

Ergebnisse der Stichprobenprüfungen aus den KVen liegen vor / 45 Prozent schon in der Umsetzungsphase

BERLIN (reh). In Sachen Qualitäts-management (QM) sind die Praxen weiter als gefordert. Das zeigen die Ergebnisse der Zufallsstichproben aus den Kassenärztlichen Vereinigungen.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) haben im letzten Jahr die Daten von insgesamt 3226 Ärzten und Psychotherapeuten gesammelt. Nun liegt die Auswertung der repräsentativen Erhebung vor: Ein Viertel der befragten Ärzte befand sich - exakt nach Vorgabe - in der Planungsphase. 45 Prozent hatten sogar schon mit der Umsetzung begonnen. Und 15 Prozent waren noch einen Schritt weiter. Sie überprüften ihr internes QM-System und entwickelten es bereits weiter. Nur sechs Prozent der befragten Praxen hatten noch gar kein QM-System eingeführt. Zehn Prozent machten laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) aus verschiedenen Gründen wie etwa der Praxisaufgabe keine Angaben.

"Die KVen unterstützen ihre Mitglieder umfassend bei der Einführung von QM", kommentierte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, die nun vorliegenden Ergebnisse. "Die ermittelte Einführungsquote ist das erfolgreiche Resultat dieser Bemühungen."

Die KVen

prüfen jährlich 2,5 Prozent der Praxen.

Dass diese Daten erhoben wurden, ist kein Zufall. Nach der "Qualitätsmanagement-Richtlinie vertragsärztliche Versorgung", die seit Januar 2006 in Kraft ist, sind die einzelnen KVen nämlich verpflichtet, jährlich 2,5 Prozent der Niedergelassenen zu ihrem internen QM zu befragen. Für die Bearbeitung und Auswertung hat die KBV ein einheitliches Datenverarbeitungsprogramm zur Verfügung gestellt. Die abschließende Zusammenführung der Ergebnisse übernimmt die KBV jedoch selbst. Und sie berichtet auch an den Gemeinsamen Bundesausschuss, wie der Stand in den Praxen ist. Denn die Vertragsärzte und -psychotherapeuten sind laut der Richtlinie verpflichtet, bis Ende 2009 QM in ihren Praxen einzuführen.

Das am häufigsten verwendete QM-System ist übrigens QEP (Qualität und Entwicklung in Praxen). 36 Prozent der Befragten arbeiten mit dem gemeinsam von KVen und KBV entwickelten QM-System. Allerdings machten nur 1757 Ärzte Angaben zu dieser Zusatzfrage. Die DIN ISO 9001 liegt mit 28 Prozent auf Platz zwei. Auf dem dritten Platz folgt das mit QEP kompatible Verfahren KPQM 2006 der KV Westfalen-Lippe mit einem Anteil von drei Prozent.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »