Ärzte Zeitung, 12.12.2008
 

Zahnärzte spüren Kostenbewusstsein der Patienten

MÜHLHEIM AN DER RUHR (maw). Zahnärzte bekommen laut einer aktuellen Studie die Auswirkungen von Finanzkrise und Gesundheitsreform zu spüren. 70 Prozent der Patienten wollen beim Zahnersatz sparen.

Patienten verlangen angesichts steigender Selbstbeteiligungen und der Auswirkungen der Finanzkrise von ihren Zahnärzten eine intensivere Beratung und ein stärkeres Kostenbewusstsein. Dies ergab eine repräsentative Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für den nach eigenen Angaben führenden Hersteller von Zahnersatz aus dem Ausland, Mamisch Dental (MDH AG) mit Sitz in Mülheim an der Ruhr.

Wie die Ergebnisse zeigen, wünschen mehr als 70 Prozent der Deutschen von dem behandelnden Zahnarzt Informationen über Einsparmöglichkeiten beim Zahnersatz und wollen beim Zahnersatz auch tatsächlich sparen. Nur noch 25 Prozent der Patienten akzeptieren den ausgewiesenen Selbstkostenanteil ohne Vorbehalt. Über 50 Prozent der Deutschen möchten die Wahl über den Zahnersatzanbieter selbst treffen, ergab die Erhebung.

Im Zuge des gestiegenen Kostenbewusstseins zeige die Studie auch eine Zunahme der Akzeptanz von Zahnersatz aus dem Ausland, wie der Auftraggeber hervorhebt. Über 40 Prozent der 14- bis 39-jährigen würden laut Umfrage auf ausländischen Zahnersatz vertrauen, wenn sie den Selbstkostenanteil dadurch verringern können.

Diesem Trend passten sich nach Unternehmensangaben auch die Zahnärzte zunehmend an. Schon heute arbeiteten zahlreiche Praxen mit entsprechendem Material. Der Marktführer MDH beliefere derzeit rund 5000 Zahnärzte in Deutschland mit preisgünstigerem Zahnersatz aus China.

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