Ärzte Zeitung, 09.01.2009

Kommentar

Eine nette Geste ohne große Folgen

Von Antonia von Alten

Nun gilt sie also wieder: die degressive Abschreibung für Wirtschaftsgüter wie Medizingeräte. Als Teil des geplanten Konjunkturprogramms und auf zwei Jahre befristet soll sie mit dazu beitragen, dass auch Selbstständige wie Ärzte, die als Praxischefs tätig sind, die angeschlagene Konjunktur ankurbeln.

Eine Rechnung, die leider nicht aufgeht. Denn die degressive Abschreibung ist zwar eine nette Geste, wird aber vermutlich nicht dazu führen, dass Ärzte, die bisher nicht in neue Geräte investieren wollten, jetzt den Herstellern von medizinischen Geräten die Türen einrennen.

Den Ausschlag für Investitionsentscheidungen von Ärzten geben nämlich ganz andere Faktoren. Zunächst einmal müssen sie Patienten haben, die bestimmte Untersuchungsmethoden wie Sonografien oder Spirometrien benötigen. Erst dann wird ein Praxischef über eine Investition nachdenken, die in einem zweiten Schritt - wenn möglich - auch noch zu zusätzlichen Einnahmen führt, die nicht ins Regelleistungsvolumen fallen.

Durch die degressive Abschreibung bleibt den Praxischefs dann mehr Geld auf dem Konto, da die Abschreibungsbeträge in den ersten Jahren wesentlich höher sind als bei der linearen Abschreibung. Ein schöner Mitnahmeeffekt also, mehr nicht.

Lesen Sie dazu auch:
Licht und Schatten für Steuerzahler in 2009

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