Ärzte Zeitung, 16.01.2009

Kommentar

Zeichen der Zeit erkannt

Von Rebekka Höhl

Seit Jahren versuchen Politiker niedergelassene Ärzte anzutreiben, endlich Qualitätsmanagement (QM) in den Praxen einzuführen. 2004 schrieben sie die Pflicht im Sozialgesetzbuch nieder. Und dann - passierte erst einmal nichts. Denn es gab weder eine Kontrollinstanz noch einen festen Zeitplan. Eine Pflicht so ohne jeglichen Druck, von der ließen sich Ärzte nur zum Teil antreiben. Also wurde nachgelegt. Der Gemeinsame Bundesausschuss erließ 2006 extra eine QM-Richtlinie inklusive Zeitplan. Da steht es jetzt: Ende 2009 müssen die Arztpraxen ihr QM umgesetzt haben.

Eine Nachbesserung, die gar nicht nötig war? Zwischenzeitlich sind nämlich die Praxischefs fleißig gewesen und ihrer gesetzlichen Pflicht sogar voraus. QM-Verweigerer fanden die Prüfkommissionen bislang jedenfalls kaum - trotz fehlender Sanktionen. Denn die Ärzte haben längst etwas anderes im Blick: Gute Verträge mit den Kassen. Und die gibt es immer öfter nur mit praxisinternem Qualitätsmanagement.

Lesen Sie dazu auch:
In elf Monaten brauchen Ärzte ein QM-System - kein Problem?
QM-ABC: A wie Arbeitsanweisung
Sanktionen gibt es nicht, aber der Druck auf Ärzte steigt

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