Ärzte Zeitung, 12.05.2009

Garant für die Behandlung in Europa

Gut die Hälfte aller Deutschen verfügte im vergangenen Jahr über eine Europäische Krankenversichertenkarte (EKVK). Europaweit waren bis Ende 2008 über 180 Millionen Bürger im Besitz einer EKVK.

Von Petra Spielberg

Garant für die Behandlung in Europa

Die KVK mancher Kassen heute von hinten: die EKVK.

Foto: TK

Genau 54,7 Prozent der Deutschen waren im Besitz einer EKVK, erkennbar am blauen Design mit den Europa-Sternen. Am weitesten verbreitet sind die Karten in Luxemburg, der Tschechischen Republik, Österreich, Italien und der Schweiz. In Rumänien, Griechenland, Bulgarien, Polen und Lettland kennt man die EKVK bislang kaum.

Die Karte soll gewährleisten, dass gesetzlich Krankenversicherte im europäischen Ausland dieselben medizinischen Leistungen in Anspruch nehmen dürfen wie Inländer (wir berichteten kurz). Dies gilt für Sozialversicherte, wie Studenten, Arbeitssuchende, Freiberufler oder Arbeitnehmer, die bei einem vorübergehenden Aufenthalt im europäischen Ausland krank werden oder sich verletzen.

Deutsche Vertragsärzte sind verpflichtet, Patienten bei Vorlage einer gültigen EKVK auf der Grundlage des Sachleistungsprinzips zu behandeln. Auch bei gesetzlichen Zuzahlungen und der Praxisgebühr sind die ausländischen Versicherten den Mitgliedern einer deutschen Kasse gleichgestellt. Die Abrechnung erfolgt nach den Regeln des Ersatzverfahrens. Zu den Ländern, die die EKVK ausgeben, gehören die 27 EU-Staaten sowie Island, Lichtenstein, Norwegen und die Schweiz. Die seit Juni 2004 schrittweise eingeführte Karte ersetzt den ehemaligen europäischen Auslandskrankenschein E 111.

Zuständig für die Austeilung der Karten sind die örtlichen Krankenkassen. Einige Kostenträger, wie die DAK oder die TK, drucken die EKVK auf die Rückseiten ihrer Krankenversichertenkarten. Andere Kassen verschicken die Karten separat. Die EKVK enthält als persönliche Daten den Vor- und Nachnamen des Karteninhabers, dessen persönliche Kennnummer sowie dessen Geburtsdatum. Medizinische Daten sind auf den Karten bislang nicht vermerkt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »