Ärzte Zeitung, 29.06.2009

Kommentar

Übers Ziel hinausgeschossen?

Von Hauke Gerlof

Fortbildung ist für Ärzte, die ihren Beruf gewissenhaft ausüben, selbstverständlich. Die große Mehrheit der Ärzte hat sich immer regelmäßig fortgebildet - in Qualitätszirkeln, auf Kongressen und seit einiger Zeit auch im Internet.

Das hat Gesundheitspolitiker 2003 nicht davon abgehalten, eine Fortbildungspflicht ins Gesetz zu schreiben - damals zum großen Ärger der Ärzte. 250 Fortbildungspunkte müssen Vertragsärzte alle fünf Jahre nachweisen. Fünf Jahre später haben die meisten Ärzte die erste Hürde locker übersprungen und rechtzeitig zum Stichtag ihre 250 Punkte zusammen.

Also viel Lärm um nichts? Das kann man so nicht sagen: Die Verwaltung der Punkte - es geht allein bei den etwa 140 000 Vertragsärzten und -psychotherapeuten um 35 Millionen Punkte alle fünf Jahre - ist mit erheblichem Aufwand verbunden, der kurz vor dem Stichtag kulminiert ist.

Was aber viel schwerer wiegt, ist die Frage, ob der Gesetzgeber nicht mit seiner Reglementierung übers Ziel hinausgeschossen ist - wohl wissend, dass es einzelne Ärzte gibt, die es auch heute noch nicht mit der Fortbildung so ernst nehmen. Dennoch: Druckmittel sind wenig überzeugende Instrumente, auch noch den letzten Kollegen von der Fortbildungs-Notwendigkeit zu überzeugen.

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