Ärzte Zeitung, 10.07.2009

Niedergelassene kämpfen um Erhalt der Regio Kliniken

Im Norden bangen Niedergelassene um einen etablierten Kooperationspartner.

Niedergelassene Ärzte sind wegen der ungewissen Zukunft der Regio Kliniken beunruhigt. Weil die künftige Trägerschaft des Klinikverbunds im Hamburger Umland offen ist, drohen Kooperationsprojekte zu scheitern.

"Wir wollen und können das Urologische Zentrum Wedel nicht verlieren", schreiben die neun im Netzwerk niedergelassener Urologen Schleswig-Holstein (NUSS) vertretenen Fachärzte in einem offenen Brief an politische Entscheidungsträger in der Region Pinneberg.

Hintergrund sind Gerüchte um die Zukunft der Klinikgruppe, die Häuser in Pinneberg, Elmshorn und Wedel sowie zahlreiche MVZ betreibt. Das vergangene Jahr haben die Regio Kliniken, die sich in kommunaler Trägerschaft befinden, einen hohen Verlust erwirtschaftet.

Die Patienten sind die Leidtragenden.

Eine Gruppe um den inzwischen ausgeschiedenen Geschäftsführer Alexander Schlick hatte dem Kreis ein Übernahmeangebot unterbreitet. Es soll aber auch viele andere Interessenten geben. Welche Auswirkungen ein Trägerwechsel auf das Versorgungsangebot hätte, ist offen. Spekuliert wird über die Schließung des Klinikstandortes Wedel, aber auch über die Verlagerung von Schwerpunkten.

In dieser Situation bangen die Urologen um eine gerade etablierte Kooperation mit der urologischen Hauptabteilung in Wedel. Die niedergelassenen Ärzte verweisen auf Vorteile der Zusammenarbeit wie etwa bewährte Zuweisungswege und verlässliches Personal.

Zugleich machen sie deutlich, dass sie sich bei einer Verlagerung der Abteilung an einen anderen Standort auch andere Kliniken als Kooperationspartner vorstellen können: "Sollten sich die Umgebungsbedingungen durch Schließung der operativen Einheit oder Verlegung in ein anderes Haus der Regio Kliniken mit Reduktion der Betten- oder OP-Kapazitäten verschlechtern, könnte NUSS zum Wohle der Patienten leider gezwungen sein, auf solch eine negative Veränderung entsprechend zu reagieren", heißt es in dem Brief.(di)

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