Ärzte Zeitung online, 03.09.2009

In Niedersachsen keine Überweisungsprämien bekannt

HANNOVER (ava). Für "überhitzt" halten die Ärztekammer Niedersachsen und die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft die aktuelle Debatte um Zuweiserpauschalen.

"Uns sind keine Fälle von Überweisungsprämien für bestimmte Krankenhauseinweisungen bekannt", erklärt die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Dr. Martina Wenker. Ärztekammer und Krankenhausgesellschaft halten die derzeitige Debatte für maßlos übertrieben. "Wenn uns ein solcher Fall namentlich gemeldet wird - was bislang nicht geschehen ist -, dann werden wir hiergegen konsequent berufsrechtlich vorgehen, denn die Berufsordnung der Ärzte erlaubt keine Zuweisung von Patientinnen und Patienten gegen Entgelt", so Wenker.

"Neue Vertragsformen wie etwa zur Integrierten Versorgung führen zu einer engeren Vernetzung der Beteiligten im Gesundheitswesen, allerdings kann hier keineswegs von Korruption zur Verbesserung der Auslastung in den Krankenhäusern die Rede sein", so Gerhard Kilian, Vorsitzender der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft. Die engere Vernetzung der Beteiligten sei ja auch politisch erwünscht.

Auch der Präsident der Bundesärztekammer, Professor Jörg-Dietrich Hoppe, forderte am Donnerstag in Berlin dazu auf, endlich Ross und Reiter zu nennen. "Ohne Nennung von Namen ist die Debatte haltlos", sagte Wenker.

Lesen Sie dazu auch:
Marburger Bund: Es darf in der Patientenversorgung keinen Platz für Bestechung geben

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