Ärzte Zeitung online, 06.11.2009

Ärzte im Ländle stellen weniger Azubis ein

STUTTGART (juk). Die Honorarreform trifft in Baden-Württemberg nicht nur die Ärzte, sondern auch die Auszubildenden hart. Nach Angaben der Ärztekammer wurden 2009 rund 17 Prozent weniger Ausbildungsplätze besetzt als 2008.

Den Angaben zufolge wurden in diesem Jahr 1713 Ausbildungsverträge für Medizinische Fachangestellte abgeschlossen. 2008 waren es dagegen noch 2063 Verträge. "Das entspricht einem dramatischen Rückgang von 350 Ausbildungsverträgen innerhalb eines Jahres", sagte Dr. Michael Datz, Vorsitzender des Berufsausbildungsausschusses der Landesärztekammer.

Den Rückgang bei den Ausbildungsplätzen begründete Datz unter anderem mit den Ertragseinbußen, die die Arztpraxen durch die Honorarreform erlitten hätten. "Manche Praxisinhaber sehen sich aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, auf Personal und Auszubildende zu verzichten." Die schlechten Rahmenbedingungen und die verfehlte Honorarpolitik der bisherigen Regierung seien dafür verantwortlich, dass Ärzte sich scheuten, Azubis einzustellen. "Als niedergelassener Arzt hat man heute kaum noch Spielraum und ist aus wirtschaftlichen Gründen zur Personalverknappung gewzungen", so Datz.

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