Ärzte Zeitung, 03.12.2009

Abfindung nach falscher Anschuldigung

KIEL (fl). Harte, aber falsche Vorwürfe gegen eine Mitarbeiterin können teuer werden: Zumindest bei ehrverletzenden Behauptungen können
Arbeitnehmer verlangen, das Arbeitsverhältnis gegen Zahlung einer
Abfindung aufzulösen, urteilte das Landesarbeitsgericht (LAG) Schleswig-Holstein in Kiel.

Es gab mit dem inzwischen schriftlich veröffentlichten Urteil
einer Altenpflegerin Recht. Ihr Arbeitgeber, Betreiber einer Seniorenwohnanlage, hatte ihr verhaltensbedingt gekündigt: Sie habe eine an Parkinson leidende Bewohnerin "leichtfertig angerempelt" und sie so zu Fall gebracht. Anschließend habe sie die Frau liegen gelassen und nicht versorgt. Das LAG stellte fest, der Arbeitgeber habe den Vorwurf der Verantwortungslosigkeit während des Verfahrens immer mehr abgemildert und nicht untermauert.

Erst sollte die Altenpflegerin die Bewohnerin angerempelt, dann nur "gestreift" und schließlich "nicht ausreichend" versorgt haben. Wegen der falschen Vorwürfe sei es der Klägerin nicht zuzumuten, das Arbeitsverhältnis wieder fortzusetzen. Der Arbeitgeber müsse daher eine Abfindung zahlen.

Az.: 2 Sa 105/09

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Anti-Alzheimer-Wirkstoff beschleunigt kognitiven Abbau

Beta-Sekretase-Hemmer stoppen die Entwicklung einer Demenz nicht – ganz im Gegenteil: Die Medikamente scheinen die kognitive Leistung sogar zu verschlechtern. mehr »

Kinderärzte für Impfpflicht bei Ärzten und Assistenzberufen

Eine Impfpflicht nur für Kinder? Das geht den Pädiatern nicht weit genug. Dem Deutschen Ethikrat aber stößt die Art der Debatte sauer auf. mehr »

Kammerpräsidentin fordert Masernimpfung für Ärzte

"Ohne Wenn und Aber": Die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Dr. Martina Wenker, hat sich für eine "generelle Impfpflicht gegen Masern" ausgesprochen. mehr »