Ärzte Zeitung online, 18.12.2009

Steuerentlastungspaket ist beschlossen - auch Ärzte profitieren

BERLIN (dpa/reh). Bürger, Freiberufler und Unternehmen werden von Januar an um weitere 8,5 Milliarden Euro steuerlich entlastet. Der Bundesrat stimmte heute nach langem Streit zwischen Bund und Ländern dem sogenannten "Wachstumsbeschleunigungsgesetz" mehrheitlich zu.

Steuerentlastungspaket ist beschlossen - auch Ärzte profitieren

Der Steuervorteil für reine Biokraftstoffe wird nicht reduziert und der Entlastungssatz bis 2011 fortgeschrieben.

Foto: © Udo Kroener / fotolia.de

Union und FDP erhoffen sich von dem mit Schulden finanzierten Steuerpaket Konjunkturimpulse gegen die Krise. Experten bezweifeln dies. Vom ersten wichtigen Gesetzesvorhaben der Koalition profitieren vor allem Familien, aber auch Freiberufler, Firmen, Erben sowie Hotels. Zusammen mit den von der Vorgängerregierung beschlossenen Steuersenkungen summieren sich die Entlastungen auf jährlich rund 21 Milliarden Euro.

Für Ärzte sind vor allem folgende Punkte des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes interessant:

Erbschaftssteuer: Geschwister, Nichten und Neffen werden entlastet. Für sie gibt es einen neuen Stufentarif von 15 bis 43 Prozent. Für Firmenerben wird die Arbeitsplatzauflage für eine Steuerbefreiung gelockert.

Familien: Der jährliche Kinderfreibetrag steigt von 6024 auf 7008 Euro. Das monatliche Kindergeld wird um jeweils 20 Euro erhöht - also auf 184 für das erste und zweite Kind, auf 190 Euro für das dritte Kind und auf je 215 Euro für das vierte sowie weitere Kinder.

Biokraftstoff: Für Ärzte, deren Autos mit Biodiesel angetrieben werden, ist auch diese Gesetzesänderung interessant. Denn die Koalition hat vorgesehen, den bestehenden Steuervorteil für reine Biokraftstoffe nicht zu reduzieren und den Entlastungssatz bis 2011 fortzuschreiben.

Sofortabschreibung: Geringwertige Wirtschaftsgüter können - beträgt ihr Wert nicht mehr als 410 Euro - ab Januar wieder im Jahr der Anschaffung komplett abgeschrieben werden. Alternativ gibt es ein Wahlrecht zur Bildung eines Sammelpostens: Dort dürfen alle Wirtschaftsgüter zwischen 150 und 1000 Euro zusammengefasst werden.

Weitere Steuersenkungen betreffen folgende Bereiche:

Mehrwertsteuer: Für Übernachtungen in Hotels, Pensionen und auf Campingplätzen gilt der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent.

Unternehmenssteuer: Elemente der Unternehmenssteuerreform von 2008 werden korrigiert. Einige Punkte: Die "Zinsschranke" - der Aufwand für Zinsen bei der Berechnung der Steuerlast - wird gelockert. Sanierungs-Übernahmen werden erleichtert. Bei der Gewerbesteuer soll der Teil der Aufwendungen für Immobilienmieten gekürzt werden, der bei Ermittlung der Gewerbesteuerlast hinzugerechnet und versteuert werden muss.

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