Ärzte Zeitung, 15.04.2010
 

Kommentar

Drum prüfe, wer sich bindet

Von Matthias Wallenfels

Wolfgang Bachmann, Chef des Franchise-Anbieters Viecare, ist ohne Zweifel ein Visionär. Binnen fünf Jahren will er 3000 Praxischefs von seiner Idee überzeugen, ihre Praxis auf Franchise-Basis zu führen. Nach dem Start der Pionierpraxis in Kamp-Lintfort vor einigen Wochen hat er bereits zwei Dutzend Franchise-Nehmer gefunden. Chapeau! So weit sind manche Franchise-Konzepte anderer Anbieter in der Vergangenheit erst gar nicht gediehen.

Anscheinend trifft der Unternehmer mit seiner Idee den Nerv der Zeit. Sein Argument hat etwas für sich: Das Praxisteam - und hierbei vor allem die Ärzte - könnten sich voll auf die medizinische Aufgabe konzentrieren, während sich der Franchise-Geber um den organisatorischen Ballast kümmert. Inklusive Praxismarketing.

Als Freifahrtschein für die erfolgreiche Arztpraxis ist der Schritt in die Franchise-Praxis indes nicht zu verstehen. Denn die unternehmerische Verantwortung gibt der Praxischef keineswegs an der Praxistür ab, wenn er sich für die Franchise-Lösung entscheidet. Auch diese ist mit laufenden Kosten verbunden, die im Praxisbetrieb erst einmal wieder eingefahren werden müssen, bis sich die Investition lohnt. Also gilt auch hier die alte Weisheit: Drum prüfe erst, wer sich bindet.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Die Vision: Eine Praxis je Postleitzahlenbezirk

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