Ärzte Zeitung, 15.06.2010
 

Warnung vor dubiosen Kreditvermittlern

MÜNCHEN (maw). Wer freie Kreditvermittler in Anspruch nimmt, sollte nach Aussage der Verbraucherzentrale Bayern vorsichtig sein. So böten immer mehr dubiose Vermittler Beteiligungen und Kapitalanlagen aus dem Grauen Kapitalmarkt an.

Dazu gehören Wohneigentums- und Genossenschaftsanteile, welche angeblich für die Absicherung des Kredits erforderlich seien. Tatsächlich sei ihr einziger Zweck, dem Vermittler hohe Provisionen zu sichern. Für Kleinanleger seien viele der Angebote riskant und wenig sinnvoll. "Es fehlt immer noch die nötige staatliche Aufsicht über die Anbieter und Produkte. Außerdem kann während der Laufzeit nicht auf das Geld zugegriffen werden", warnt Martin Schütze, Rechtsexperte bei der Verbraucherzentrale Bayern. Im schlimmsten Fall drohe der Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Beitrittserklärungen oder Zeichnungsscheine sollten keinesfalls vorschnell unterschrieben werden. Schütze: "Wichtig ist, sich das Produkt ausführlich unter Vorlage des Verkaufsprospektes erklären zu lassen. Des Weiteren kann es hilfreich sein, während des Gesprächs eigene Notizen zu machen." Der Kunde sollte darauf achten, so der Jurist, dass er alle wesentlichen Unterlagen ausgehändigt bekomme. Gegebenenfalls habe er die Möglichkeit, nach dem Vertragsabschluss von dem 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch zu machen. "Der Verbraucher darf nicht vergessen, dass eine Unterschrift unter einer Beteiligung noch lange keine Kreditzusage bedeutet", so Schütze.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »