Ärzte Zeitung online, 02.08.2010

Gestresste Leistungsträger: Betriebsärzte raten zu aktiver Freizeitplanung

KARLSRUHE (maw). Unwohlsein vor Ferienantritt kann auch Praxischefs treffen. Arbeitsmediziner raten hier zu einer aktiven Freizeitplanung - als Prophylaxe.

Endlich Urlaub oder Wochenende: Bis zum Feierabend wird mit Hochdruck gearbeitet, der erste freie Tag steht bevor - trotz der Vorfreude fühlen sich manche Menschen dann krank. Prompt kratzt der Hals, Kopfschmerzen und Mattigkeit kommen hinzu - genau dann, wenn eigentlich die lang ersehnte Entspannung anstünde. "Dieses psychosomatisch bedingte Phänomen kann durch zu geringe Erholphasen in der Arbeitssituation mit bedingt sein", sagt Dr. Wolfgang Panter, Präsident des Verband deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW).

"Gerade Leistungsträger und Menschen, die beruflich sehr unter Druck stehen und ein hohes Verantwortungsbewusstsein haben, sind gefährdet und verbringen manchen Urlaubstag unfreiwillig im Bett", weiß Panter. "Gedanklich sind diese Menschen auch in ihrer Freizeit bei der Arbeit und überlegen schon am Wochenende, was sie Montag zu tun haben", so Panter weiter. Hier gelte der Grundsatz: Selbst kurze Erholungsphasen erhöhen die Kreativität und die Leistungsfähigkeit.

Wie kann man vorbeugen, damit Wochenende und Urlaub der Regeneration dienen und genossen werden können? "Der persönliche Umgang mit der Arbeitsbelastung ist für eine gesunde Lebensbalance ausschlaggebend. Es ist wichtig, sich eine aktive Freizeitstrategie aufzubauen und seine Energie rechtzeitig und regelmäßig aufzutanken", so Panter.

"Erholungstechniken" kann man lernen: Betriebsärzte raten Betroffenen zu mehr Gelassenheit durch Entspannungsmethoden wie Atemübungen, autogenem Training und zu regelmäßiger sportlicher Betätigung.

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