Ärzte Zeitung online, 03.08.2010

Privater Krankenversicherer forciert das Ambulante Operieren in Praxiskliniken

KÖLN (iss). Die Hallesche Krankenversicherung will erreichen, dass ihre vollversicherten Kunden Operationen häufiger als bisher ambulant vornehmen lassen. Das Unternehmen hat als erster privater Krankenversicherer einen Rahmenvertrag mit der Deutschen Praxisklinikgesellschaft abgeschlossen. Einbezogen sind rund 30 Praxiskliniken bundesweit.

Wenn sich Versicherte wegen der Kostenzusage für eine stationäre Operation an die Hallesche wenden, prüft das Unternehmen anhand der Angaben des Haus- oder Facharztes, ob der Eingriff auch ambulant in einer Praxisklinik möglich ist, sagt der Sprecher der Hallesche Andreas Bernhardt. Ist das der Fall, informiert der Versicherer den Patienten über Möglichkeit, sich in einer Praxisklinik operieren zu lassen. "Dann kann er selbst entscheiden, ob er die Operation ambulant vornehmen lassen möchte oder nicht", sagt Bernhardt.

Wählt der Kunde die ambulante Variante, macht die Hallesche für ihn einen Termin beim jeweils zuständigen Operateur aus. Das soll innerhalb von fünf Arbeitstagen der Fall sein.

Nach Prüfung ihrer Abrechnungsunterlagen schätzt die Hallesche, dass 15 Prozent der Operationen, die zurzeit in einem Krankenhaus vorgenommen werden, auch ambulant erfolgen könnten. Der Versicherer verweist darauf, dass stationäre Eingriffe im Durchschnitt 1600 Euro teurer sind als ambulante.

Der Versicherungsverein Hallesche, die im Verbund mit der Alte Leipziger arbeitet, hat rund 230 000 Vollversicherte. Das Unternehmen kam im vergangenen Jahr auf Prämieneinnahmen in Höhe von 957 Millionen Euro.

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