Ärzte Zeitung online, 12.08.2010
 

Ärztekammer: Kein Hygieneproblem in Hamburger Arztpraxen

HAMBURG (di). Patienten müssen sich nach Ansicht der Ärztekammer Hamburg keine Sorgen über die hygienischen Bedingungen in Hamburger Arztpraxen machen. Stichproben ergeben meist nur formale Mängel.

Ärztekammer: Kein Hygieneproblem in Hamburger Arztpraxen

Hygiene auch für die Hände - die Hamburger Ärztekammer sieht keine Hygieneprobleme in den Arztpraxen der Hansestadt.

© Luhr / imago

Bei einer Stichprobe gab es in einem Drittel der besuchten Praxen Mängel. Drei Viertel davon bezogen sich aber auf formale Mängel, etwa in der Dokumentation. Weitere 23 Prozent waren Fehler in der Durchführung ohne unmittelbare Gefährdung von Patienten oder Praxispersonal, etwa beim Transport der aufbereiteten Medizinprodukte. In vier Fällen, dies entspricht zwei Prozent der Stichprobe, ging es um Mängel durch ein nicht geeignetes Arbeitsverfahren, etwa durch den Einsatz eines veralteten Sterilisationsgerätes.

Diese Zahlen nennt die Hamburger Ärztekammer, die sich auf die Gesundheitsbehörde als Quelle bezieht. Die Ärztekammer sieht damit die hygienischen Bedingungen in den Praxen innerhalb kurzer Zeit deutlich verbessert. Die Kammer verweist in diesem Zusammenhang auf die im Jahr 2002 angepasste Verordnung für Medizinproduktebetreiber, nach der manche Praxen eine Übergangsphase zur Anpassung an die neuen Richtlinien benötigten. Bei Kontrollen im Jahr 2005 wurde festgestellt, dass noch nicht alle Praxen über die neuen Richtlinien informiert waren und diese noch nicht umgesetzt hatten. "In nur zwei Jahren ist es gelungen, ein gemeinsam erkanntes Problem weitgehend zu lösen", sagte nun Kammerpräsident Dr. Frank-Ulrich Montgomery. Die Fortbildungsakademie der Hamburger Ärztekammer bietet in diesem Jahr vier jeweils zweitägige Seminare für Medizinisches Fachpersonal zum Thema Hygiene an.

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