Ärzte Zeitung, 28.09.2010

Jeder Zehnte arbeitet mehr als 48 Stunden

WIESBADEN (dpa). Knapp jeder zehnte Erwerbstätige in Deutschland arbeitet nach eigener Einschätzung mehr als 48 Stunden in der Woche. Das geht aus einer am Dienstag in Wiesbaden vorgestellten Studie des Statistischen Bundesamtes zur Arbeitsqualität hervor. Vor allem männliche Führungskräfte und Selbstständige gaben häufig überlange Arbeitszeiten an.

1,7 Millionen arbeiten sogar im Normalfall 60 Stunden und mehr die Woche.Frauen in Führungspositionen kamen offenbar besser mit ihrem Zeitbudget zurecht als ihre männlichen Kollegen: Während fast die Hälfte der Männer von Arbeitszeiten jenseits der 48-Stunden-Grenze berichtete, war es unter den weiblichen Chefs nur ein Viertel. Frauen arbeiteten mit einem Anteil von 4,2 Prozent auch in der Gesamtheit deutlich seltener überlang als die Männer mit einem Anteil von 14,8 Prozent.

Ansonsten erfuhren die Statistiker bei der Arbeitskräfteerhebung Erwartbares: Akademiker arbeiten länger als Hilfsarbeitskräfte, und Selbstständige berichten ebenfalls von stärkerer zeitlicher Inanspruchnahme als Arbeitnehmer. Fast jeder zweite Firmeninhaber oder Freiberufler (47,4 Prozent) berichtete von langen Arbeitszeiten jenseits der 48 Stunden, bei den Angestellten waren es nur 5,3 Prozent.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Herpes-Viren unter Alzheimerverdacht

Die Virus-Hypothese erhält neue Nahrung: Herpesviren könnten mit einer Alzheimererkrankung zusammenhängen. Eine Reaktivierung der Viren könnte die Krankheit befeuern. mehr »

Das alles muss das Verarbeitungsverzeichnis enthalten

Zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung müssen Arztpraxen ein "Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten" anlegen. Was darin alles aufgeführt werden muss, fassen zwei Medizinrechtler zusammen. mehr »

Übermüdete Teens oft adipös und hyperton

Sowohl zu kurzer als auch schlechter Schlaf erhöht bei Jugendlichen das kardiometabolische Risiko. In der bisher größten Studie zum Thema wirkten sich entsprechende Defizite negativ auf Taillenumfang, Blutdruck und Lipide aus. mehr »