Ärzte Zeitung, 05.10.2010

KVWL bewirbt das Fehlerberichtssystem CIRS

Eine neue Fehlerkultur von Ärzten: Die KVWL engagiert sich.

KVWL bewirbt das Fehlerberichtssystem CIRS

Bei CIRS geht es darum ERfahrungen so aufzubereiten, dass möglichst vielen Praxen davon profitieren können.

© japolia / Fotolia.com

KÖLN (iss). Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) will niedergelassene Ärzte motivieren, das Critical Incident Reporting System (CIRS) aktiv zu nutzen. Die KVWL bewirbt das Fehlerberichtsystem und hat nach eigenen Angaben als bundesweit erste KV unter www.kvwl.cirsmedical.de einen eigenen Webauftritt dafür gestartet. Die KVWL kooperiert dabei mit dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin, die Internetseite entspricht dem bundesweiten CIRS-Auftritt, nur ergänzt durch das KVWL-Logo.

"Wir halten CIRS für ein sinnvolles Lern- und Lehrprogramm", sagt KVWL-Sprecher Andreas Daniel. Um das Angebot unter den Niedergelassenen bekannt zu machen und für Akzeptanz zu werben, wird die KVWL gezielt die Moderatoren der Qualitätszirkel in Westfalen-Lippe ansprechen. "Wir hoffen, dass wir auf diesem Weg zu einer erklecklichen Anzahl von Berichten kommen", sagt Daniel.

Nicht nur der Arzt selbst, sondern das gesamte Praxisteam kann auf der Website ohne großen Aufwand Berichte über Fehler und Beinahe-Fehler einstellen. Sie werden von einem Fachteam zunächst daraufhin überprüft, ob alle Angaben so weit anonymisiert sind, dass kein Rückschluss auf den konkreten Einzelfall möglich ist. "Wir wollen schließlich kein Selbstbedienungsladen für Anwälte werden", betont Daniel.

Bei CIRS gehe es eben nicht darum, Ärzte oder andere wegen Behandlungsfehlern an den Pranger zu stellen, sondern Erfahrungen so aufzubereiten, dass möglichst viele Praxen davon profitieren können. Deshalb werden die Berichte von Experten aufbereitet, kommentiert und dann erst veröffentlicht. Dadurch kann auch verhindert werden, dass das Fehlerberichtsystem für andere Zwecke missbraucht wird.

www.kvwl.cirsmedical.de

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nicht immer geht's sofort zum Arzt

20- bis 50-jährige Patienten in Deutschland sind offenbar leidensfähig. Denn sie verschieben den Arztbesuch oft um Wochen oder Jahre, obwohl sie Beschwerden haben. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

15:57 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen. mehr »

Bei Meniskusriss nicht vorschnell operieren

Ärzte sollten bei Meniskusrissen nicht gleich eine arthroskopische Operation einleiten. Oft kommen Betroffene auch mit Gymnastik und Physiotherapie zum Ziel. mehr »