Ärzte Zeitung, 01.11.2010

Innenminister: Neuer "Perso" ist sicher

Innenminister: Neuer "Perso" ist sicher

Der neue elektronische Personalausweis mit zwei Lesegeräten, aufgenommen im Fraunhofer Fokus Institut Berlin.

© dpa

BERLIN (dpa/eb). Noch vor der Einführung des neuen Personalausweises hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bei den Bürgern um Vertrauen für das elektronische Dokument geworben. Wer nicht von den neuen Möglichkeiten zur Identifikation im Internet Gebrauch machen wolle, könne den neuen "Perso" so wie den bisherigen Ausweis ohne Chip benutzen, betonte de Maizière am Freitag.

Der Personalausweis sei sicher, sagte der Minister. Es sei bisher niemandem gelungen, die Chipkarte zu knacken. Auch Schleswig-Holsteins Datenschutzbeauftragter Thilo Weichert gab in Sachen Sicherheit Entwarnung. Er habe keine Befürchtungen mehr, dass das Dokument von Unbefugten ausgelesen werden kann.

Am 1. November hat der elektronische Personalausweis den altbekannten Ausweis abgelöst. Dabei hatte es zuletzt viel Kritik gegeben. Unter anderem bemängelten Experten wie der Chaos Computer Club (CCC), dass Angreifer auf ungeschützten Computern unter Umständen die PIN für die OnlineIdentifikation ausspähen könnten.

Dies kann jedoch nur passieren, wenn ein einfaches Basis-Lesegerät eingesetzt wird. Ein Angreifer könnte sich dann im schlimmsten Fall bei einem Online-Händler für den ahnungslosen Nutzer ausgeben - für den Abschluss eines Geschäfts reicht dies allein aber noch nicht.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar wies noch einmal besonders darauf hin, dass die Speicherung der Fingerabdrücke auf dem Chip des Ausweises ausschließlich freiwillig erfolgt. "Wer den neuen Personalausweis beantragt, sollte daher gut überlegen, ob er diese sensiblen Daten dort speichern möchte. Schließlich ist nicht zu erkennen, welche Vorteile der Ausweisinhaber von der Speicherung seiner Fingerabdrücke hat", betonte Schaar.Für die elektronische ID-Funktion empfahl Schaar den Einsatz höherwertiger Lesegeräte mit integrierter Tastatur.

Für Kritik hatte in den vergangenen Wochen auch gesorgt, dass der neue Personalausweis deutlich teurer wird als die 8 Euro, die man bisher bezahlen musste. Der Scheckkarten-Ausweis kostet für Bürger im Alter über 24 Jahren 28,80 Euro und für jüngere 22,80 Euro.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Pneumologen kritisieren Grenzwerte für Fahrverbote

16.30 hMehr als hundert Lungenspezialisten bezweifeln den gesundheitlichen Nutzen der aktuellen Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide (NOx). mehr »

Alle vier Stunden ein Arzt weniger

Die Produktivität in der ambulanten Versorgung sinkt, warnt die KBV und macht darauf mit einer "Arztzeituhr" in ihrem Gebäude aufmerksam. Der Trend habe mehrere Gründe. mehr »

Lebensmittelallergie kommt oft mit dem Alter

Viele glauben, sie haben eine Nahrungsmittelallergie – dabei ist das oft falsch, so Forscher. Und wer eine hat, bekommt sie häufig erst als Erwachsener. mehr »