Ärzte Zeitung online, 16.11.2010

Bevölkerungsschwund nur eine Mär?

BERLIN (dpa). Seit 1991 ist die Bevölkerungsdichte, das bedeutet Einwohner pro km2, Deutschlands um zwei Prozent gestiegen.

Das zeigt eine Auswertung der Bevölkerungszahlen durch dpa-RegioData. Auf den ersten Blick scheinen die Daten verwunderlich, ist doch überall vom deutschen Bevölkerungsschwund die Rede. Das Problem liegt in den regionalen Unterschieden und offenbart sich schon bei den Bundesländern. Hier zeigt sich eine deutliche Ost-West-Verteilung der Gewinner und Verlierer. Die ersten acht Bundesländer mit der stärksten Zunahme der Bevölkerungsdichte liegen ausschließlich im Westen Deutschlands.

Bayern führt das Ranking mit acht Prozent Zuwachs an. Das Schlusslicht bildet Sachsen-Anhalt mit einem Rückgang der Bevölkerungsdichte von 17 Prozent.

Noch deutlicher wird das regionale Ungleichgewicht auf Kreisebene, wie die Auswertung zeigt. Die Bevölkerungsdichte des bayerischen Landkreises Erding wuchs seit der Wende um 31 Prozent. Dagegen nahm die Bevölkerungsdichte im Landkreis Oberspreewald-Lausitz (Brandenburg) im gleichen Zeitraum um 24 Prozent ab. Auch im Städteranking liegt mit Ingolstadt in Bayern, eine westdeutsche Stadt an der Spitze. Die Stadt Suhl in Thüringen erfuhr seit der Wende mit einem Bevölkerungsrückgang von 30 Prozent die größten Verluste.

Wobei drei Faktoren über die Bevölkerungsentwicklung entscheiden: Geburten, Sterbefälle und Wanderungen.

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