Ärzte Zeitung, 23.11.2010

Hamburg will Healthcare-Hochburg werden

Hamburg setzt sich ehrgeizige Ziele: Die Hansestadt will innovativster Standort der deutschen Gesundheitswirtschaft im 21. Jahrhundert werden. Ein neuer Verein soll aktiv dazu beitragen. Auch Kassen sind mit im Boot.

Von Dirk Schnack

Hamburg will Healthcare-Hochburg werden

Bereits zwölf Millionen Patienten werden in Hamburg jedes Jahr ambulant versorgt. Die Hansestadt soll zum Healthcare-Magneten werden.

© Jonn Rübcke / fotolia.com

HAMBURG. Neun Institutionen und Unternehmen der Gesundheitswirtschaft haben den Verein "Gesundheitsmetropole Hamburg" gegründet. Ziel ist, die Gesundheitsversorgung in der Hansestadt zu stärken, die Branche intern besser zu vernetzen und den Standort gegenüber der deutschlandweiten Konkurrenz zu festigen.

Dazu wird sich der Verein eng mit der im vergangenen Jahr gegründeten Clusteragentur der Branche, der Gesundheitswirtschaft Hamburg GmbH, abstimmen.

In der Politik stieß die Gründung auf Zustimmung. "Der Verein Gesundheitsmetropole Hamburg ergänzt die gemeinsame Strategie von Wirtschaft und Senat zur Stärkung der Gesundheitswirtschaft in Hamburg um einen weiteren wichtigen Baustein", sagte Gesundheitssenator Dietrich Wersich. Er erwartet eine bessere Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins zählen neben der Handelskammer die Evangelische Stiftung Alsterdorf, die HanseMerkur Krankenversicherung, die Signal Iduna Versicherung sowie das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE), die Asklepios Kliniken Hamburg, das Albertinen Diakoniewerk, die ENDO-Klinik Hamburg und die Schön Klinik.

Nach Angaben des Vereins haben unter anderem auch die KV und Ärztekammer, Ärztenetze und weitere Kliniken Interesse an einer Mitgliedschaft bekundet. "Der Verein ist offen für alle Akteure und Anbieter der Branche", hieß es zur Gründung.

Die Gesundheitswirtschaft gilt schon jetzt als eine der bedeutendsten Branchen für Hamburgs Wirtschaft. Jährlich werden hier rund zwölf Millionen Patienten ambulant versorgt, die Kliniken der Stadt verzeichnen rund 400 000 Behandlungsfälle.

Die Branche bietet derzeit 105 000 Menschen Beschäftigung, davon allein 30 000 in den Krankenhäusern. Zu den Standortbesonderheiten gehört neben einer hohen Dichte von Spezialpraxen auch die Ansiedlung vieler namhafter gesetzlicher und privater Krankenversicherer.

Rund 5700 Unternehmen bieten in Hamburg Leistungen im Bereich Gesundheitswirtschaft an. Drei von ihnen sind unter den zehn größten Arbeitgebern der Stadt.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Herpes-Viren unter Alzheimerverdacht

Die Virus-Hypothese erhält neue Nahrung: Eine immunschwächende Aktivität der Herpesviren könnte Alzheimer befeuern, so eine Studie. mehr »

Das alles muss das Verarbeitungsverzeichnis enthalten

Zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung müssen Arztpraxen ein "Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten" anlegen. Was darin alles aufgeführt werden muss, fassen zwei Medizinrechtler zusammen. mehr »

Übermüdete Teens oft adipös und hyperton

Sowohl zu kurzer als auch schlechter Schlaf erhöht bei Jugendlichen das kardiometabolische Risiko. In der bisher größten Studie zum Thema wirkten sich entsprechende Defizite negativ auf Taillenumfang, Blutdruck und Lipide aus. mehr »