Ärzte Zeitung, 01.12.2010

KVSA-Chef für Kodierrichtlinien

KVSA-Chef für Kodierrichtlinien

Dr. Burkhard John: Sachsen-Anhalt würde von der Kodierung profitieren.

MAGDEBURG (zie). Ginge es nach der Morbidität, dann müssten die Honorare in Sachsen-Anhalt über dem Durchschnitt liegen, sagte Dr. Burkhard John, Chef der KV Sachsen-Anhalt (KVSA), bei der Vorstellung des Honorarvolumens fürs nächste Jahr. "Unser Ziel bleibt die morbiditätsorientierte Vergütung." John sprach sich deshalb für die Kodierrichtlinien aus.

Durch die Anpassung der durchschnittlichen Vergütung in Deutschland, können Sachsen-Anhalts Vertragsärzte im kommenden Jahr mit einem Honorarplus von 4,7 Prozent rechnen. Dies entspräche einer Summe von rund 26 Millionen Euro. "Wir nähern uns damit dem Bundesdurchschnitt, haben ihn aber noch nicht erreicht", so John.

Die neuen Kodierrichtlinien ermöglichten es, Morbidität zu messen und Krankheiten objektivierbar zu machen. Um den bürokratischen Aufwand möglichst klein zu halten, empfahl er den Ärzten allerdings mit den Softwarehäusern über die Einbindung in ihre Praxis-EDV zu kommunizieren. "Je schneller die Diagnosen 2011 kodiert sind, desto größer ist 2013 unsere Chance auf eine morbiditätsgerechte Vergütung durch die Kassen."

Wie wichtig das gerade in Sachsen-Anhalt sei, machte der KV-Vorstand auch am steigenden Anteil der über 80-Jährigen deutlich: Waren in Sachsen-Anhalt im Jahre 2007 noch 4,95 Prozent der Einwohner 80 Jahre und älter, werden es 2025 bereits 8,8 Prozent sein, wobei die Gesamteinwohnerzahl von 2,4 auf 1,9 Millionen sinken wird.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[01.12.2010, 16:42:29]
Dr. Uwe Wolfgang Popert 
Milchmädchenrechnung
Herr Dr. John hat sich offensichtlich weder mit den Eigenarten von Hamsterrädern, noch mit dem Umsetzungsaufwand der AKR intensiver befasst. Selbst wenn man eine höhere Morbidität der Sachsen annimmt, müssten sächsische Ärzte für 1 € mehr Kassengeld für 5 € mehr arbeiten.
Aber warum auch nicht? Wer im sowieso arbeitsreichen Winterquartal auch noch die AKR scharf macht, ist schlicht selber schuld.
Die anderen profitieren dann vom Wehgeschrei. Wer genüsslich abwartet, kann dann von den hoffentlich verbesserten Umsetzungsmöglichkeiten profitieren. Wenn die AKR überhaupt kommt. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »